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Darwins "Beagle-Bibliothek" steht online

Lange Zeit war nicht bekannt, welche Werke Charles Darwin auf seiner Reise mit der HMS Beagle in den Jahren 1831 bis 1836 mit sich geführt und studiert hat. Der Katalog wurde nun rekonstruiert und komplett online gestellt.

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Der britische Naturforscher Charles Darwin hatte auf seiner Reise in den Jahren 1831 bis 1836 auf der HMS Beagle, die ihn auch zu den Galapagos-Inseln brachte, 404 Bücher dabei. Welche genau das waren, war lange Zeit nicht bekannt. Unter der Initiative und Leitung von Dr. John van Wyhe von der National University of Singapore wurden die Titel nun für das Projekt "Darwin Online" rekonstruiert, digitalisiert und als "Beagle Library" online gestellt. Dabei handelt es sich um 195.000 Druckseiten, die 5000 Illustrationen enthalten.

Ein Notebook mit Internetanschluss hatte Darwin auf seiner Reise nicht dabei, dafür aber eine stattliche Bibliothek

(Bild: Darwin Online)

Die Erkenntnisse, die Darwin auf und seit dieser Reise sammelte, mündeten 1859 in seinem Werk "On the Origin of Species" (Über die Entstehung der Arten), das den Grundstein für die Evolutionsbiologie legte. Internetnutzer können nun nachstöbern, mit welchem schriftlichen Wissen Darwin sich auch nächtens fünf Jahre lang umgab, denn er teilte sich seine Kabine mit der Bibliothek.

Sie enthält größtenteils Reisebeschreibungen und naturgeschichtliche Werke. Dazu kommen Bücher zur Geologie, Atlanten und nautische Schriften, Belletristik und Geschichtsbücher. Sieben Werke sind auf Deutsch verfasst, darunter eine Bibel. Eines der wichtigsten Werke für Darwin war Principles of Geology von Charles Lyell.

Nach Rückkehr der Beagle nach England wurde Darwins Bibliothek 1836 aufgelöst. Ein vollständiger Katalog der Werke existierte zwar ursprünglich, ging aber verloren. Frühere Bemühungen brachten 132 Titel zusammen, die Darwin möglicherweise mit sich geführt hatte. Für die endgültige Rekonstruktion durchsuchten die Forscher Darwins Notizen und Aufzeichnungen der Schiffsbesatzung. Eine Herausforderung lag darin, dass manche von Darwins Notizen sehr kurz und unklar waren.

Die Forscher haben nicht alle Werke selbst digitalisiert, sondern auch jene benutzt, die bereits im Internet verfügbar waren, zum Beispiel durch das Projekt Google Books und das Internet Archive. Die Dateien wurden aufbereitet, damit sie für die Suchmaschine von Darwin Online handhabbar wurden. Dabei haben die Wissenschaftler darauf geachtet, möglichst jene Ausgaben zu berücksichtigen, die Darwin seinerzeit an Bord gehabt haben mag. (anw)