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Das Angebot an PCI-Express- und ExpressCard-Erweiterungskarten wächst [Update]

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Rund eineinhalb Jahre nach Einführung der ersten PC-Chipsätze mit PCI-Express-Interface wächst das Angebot an passenden Adapterkarten allmählich. Einige Hersteller haben mittlerweile PCI-Express-Adapterkarten mit gängigen Schnittstellen für Desktop-PCs und Mobilrechner im Angebot, etwa PCIe-FireWire-Adapter sowohl in IEEE-1394a- (FW400-) als auch in IEEE-1394b- (FW800-)Ausführung, USB-2.0-PCIe-Adapter, IEEE-1394b-ExpressCard-Adapter und RS232-"Multiport"-PCIe-Adapterkarten.

Als Intel vor rund eineinhalb Jahren die ersten PCI-Express-Chipsätze für PC-Mainboards, Server und Workstations vorstellte, war das Angebot an passenden Erweiterungskarten sehr knapp: Außer Grafikkarten für den PEG-Port gab es nur einige wenige Netzwerk-Adapter-ICs. Mittlerweile sind PCIe-LAN-Adapter-Chips von allen marktführenden Anbietern (Broadcom, Marvell, Intel) zu haben, wobei die Auswahl an damit bestückten Erweiterungskarten aber immer noch schmal ist. Höherwertige PC-Mainboards sind mittlerweile häufig mit PCIe-GBit-LAN-Adapterchips bestückt. Außer Intel haben mittlerweile auch alle anderen Chipsatz-Hersteller (ATI, Nvidia, ULi, SiS) PCIe-Produkte im Angebot.

Auch Serial-ATA-II-Controller sind mittlerweile mit nativem PCIe-Interface zu haben (etwa von Silicon Image) und tauchen auf vielen PC-Mainboards auf; ebenso wie bei den Gigabit-LAN-Adapterkarten ist aber auch hier das Steckkarten-Angebot noch recht bescheiden.

Eine breitere Produktauswahl gibt es bei Adapterkarten für Server, hier sind auch die größeren Vorteile durch die hohe Datentransferleistung zu erwarten. Vor allem die SATA-II- und Ultra320-SCSI-RAID-HBA mit PCIe-x4- oder PCIe-x8-Ports von Areca, LSI Logic und Intel arbeiten aber meistens nicht mit Storage-Controllerchips mit nativem PCIe-Interface, sondern mit Intels I/O-Prozessoren der Dobson-Familie, die neben einem ARM-kompatiblen XScale-Core auch eine PCIe-PCI-X-Bridge enthalten. Auf der PCI-X-Seite sitzen dann ältere Storage-Adapterbausteine. Anders bei InfiniBand-HBAs: Mellanox hat beispielsweise PCIe-InfiniBand-Adapterchips mit nativem PCIe-Interface im Angebot und baut daraus auch PCIe-Steckkarten. PMC-Sierra offferiert mit dem PM8358 QuadPHY 10GX einen PCIe-10GE-Adapter. Damit lassen sich auch schnelle Cluster- oder Storage-Adapter bauen.

Einige der jetzt verfügbaren PCIe-x1-Adapterkarten arbeiten ebenfalls mit (preiswerten) PCI-PCIe-Bridges. ARP Datacon bietet beispielsweise eine FW800-PCIe-Karte an, auf der offenbar eine PCIe-PCI-Bridge, ein IEEE-1394b-Link-Layer-Controller und ein IEEE-1394b-PHY sitzen. Ganz ähnlich ist die USB-2.0-PCIe-Adapterkarte aufgebaut (PCIe-PCI-Bridge plus USB-2.0-PCI-Adapter).

Der US-Hersteller SIIG setzt indes auf seiner FireWire 2-Port PCIe augenscheinlich einen einzelnen Chip mit direktem PCIe-Interface ein; es könnte sich dabei um den XIO2200 von TI handeln: In einem einzigen Chip stecken eine PCIe-PCI-Bridge, ein IEEE-1394a-OHCI-kompatibler Controller und ein PHY mit zwei Ports. Laut SIIG soll der Adapter auch in den neuen Apple-Rechnern mit PCIe-Chipsatz laufen (Power Mac Dual-Core G5).

Eher für Server eignen sich die Spezial-Adapterkarten der Firma Perle mit PCIe-x1-Schnittstelle und bis zu acht seriellen (RS-232-)Ports. Diese sollen bis zu 921 KBit/s erreichen und sind gegen hohe Überspannungen geschützt.

Offenbar noch nicht verfügbar sind die von der taiwanischen Firma Animation Technologies bereits zur CeBIT 2005 vorgestellen PCIe-TV-Karten LifeView FlyTV Express X1 MST-T[super2[/super]] und LifeView FlyTV Express X1 MST-T[super2[/super]A2]. Mit welchen Bauteilen sie konkret arbeiten, sagt das Unternehmen nicht – schon vor mehr als einem Jahr hatte aber Micronas einen PCIe-tauglichen IDTV-Chipsatz angekündigt. Mittlerweile ist Intel über seine Sparte Intel Capital schon bei Animation Technologies eingestiegen; der Chip-Weltmarktführer benötigt eine gute PCIe-Lösung für den TV-Empfang zur Umsetzung seiner Digital-Home-Strategie (Viiv). Es sind offenbar auch ADD2-Karten mit integrierten TV-Funktionen zum Einsatz im PEG-Slot von Mainboards mit grafikfähigem Intel-Chipsatz (i945G) geplant. Die Abkürzung ADD2 ist übrigens bei PCIe irreführend: AGP-Digital-Display- (ADD-)Karten wurde schon vor Jahren eingeführt, um Mainboards mit integrierter Grafik um einen DVI-Port zu erweitern.

[Update:] Der zweikanalige TV-Tunerchip von Micronas kommt auf der Terratec Cinergy 2400i DT zum Einsatz, die laut Hersteller seit Oktober lieferbar sein sollte. Die PCIe-Karte taucht allerdings bisher in der DVB-T-Produktliste der deutschen Terratec-Webseite nicht auf und scheint noch kaum verfügbar zu sein.

Seit Einführung der Sonoma-Plattform für Centrino-Notebook kommen auch hier PCIe-Chips zum Einsatz. Das war auch der Startschuss für den neuen Erweiterungskarten-Standard für Mobilgeräte namens ExpressCard, der langfristig wohl die PCMCIA-Standards CardBus (zuvor: PC-Card) ablösen wird. Auch andere Hersteller haben zwischenzeitlich PCIe-taugliche Mobilchipsätze eingeführt (ATI, SiS).

ExpressCard-Slots bieten außer einem PCIe-Interface allerdings immer auch einen USB-2.0-Anschluss, an den Erweiterungsbauteile andocken können. "Richtige" ExpressCards mit PCIe-Chips tauchen erst allmählich auf. Die taiwanische Firma AboCom zeigt auf seiner Webseite beispielsweise FW800-, FW400- und GBit-LAN-Erweiterungskarten. (ciw)