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Das Aus für Topware

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Das seit Jahren in Gerichtsverfahren verwickelte Mannheimer Softwareunternehmen Topware AG ist am Ende. Das Unternehmen teilte am heutigen Freitag mit, dass es einen Insolvenzantrag gestellt habe. Grund sei unter anderem die Niederlage in den Prozessen mit der Telekom um die früher von Topware hergestellten Telefonbuch-CDs. Außerdem habe ein früherer Berater Schaden verursacht. Die umfassenden Sanierungsbemühungen hätten nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Topware hatte in den neunziger Jahren die Telefonbücher der Telekom ohne deren Einwilligung kopiert und als CD-ROM unter dem Label D-Info verkauft. Damit machte das Unternehmen Millionengewinne, handelte sich aber Klagen der Telekom-Tochter DeTeMedien ein. Im Herbst 1999 hatte das Mannheimer Landgericht der DeTeMedien Recht gegeben, aber noch nicht über die Entschädigungssumme entschieden. DeTeMedien fordert insgesamt mehr als zehn Millionen Mark von Topware.

Bei dem Berater handelt es sich um den im Gefängnis sitzenden Klaus Steiner, früher Topware-Treuhänder in Österreich. Steiner hatte Vorstandschef Dirk Hassinger und zwei weitere Topware-Manager um fast drei Millionen DM geprellt. Deswegen war er vor einem Jahr vom Mannheimer Landgericht zu vier Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft leitete auch gegen Hassinger ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ein. (dpa) / (jk)