Menü

Das Ende kostenfreier Retouren

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 589 Beiträge

Wenn es um die Versandkosten im E-Commerce geht, stehen sich zwei genau gegensätzliche Erwartungshaltungen gegenüber: Verbraucher hätten am liebsten alles gratis, sowohl die Lieferung als auch etwaige Retouren. Die Händler hingegen wollen ihre Kunden zwar nicht verschrecken, auf den Versandkosten möchten sie aber auch nicht sitzenbleiben – insbesondere nicht bei der Rücksendung von Waren. Mehr als ein Drittel der Onlinehändler will Käufern künftig keine kostenlosen Retouren mehr anbieten, hat das E-Commerce-Center Köln (ECC Köln) im Rahmen der monatlich durchgeführten Befragung e-KIX (ECC-Konjunkturindex Handel) ermittelt. Weitere 22 Prozent der Händler wollen das allenfalls noch ab einem gewissen Mindestwert der Waren akzeptieren.

Das drohende Ende der Kulanz auf Seiten des Handels haben Verbraucher ausgerechnet einer bevorstehenden Neuregelung der Verbraucherrechte in der EU zu verdanken. Nach dem deutschen Fernabsatzgesetz dürfen Kunden bisher Ware nach einem Online- oder Versandkauf binnen 14 Tagen in der Regel auf Kosten des Verkäufers zurückschicken. Das am 13. Juni 2014 in Kraft tretende Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie wird jedoch die Zahlungspflichten umkehren: Künftig haben Verbraucher die Kosten der Rücksendung unabhängig vom Warenwert zu tragen. Auch die bisher gängige sogenannte "40-Euro-Klausel" entfällt damit.

Ein generelles Aus für kostenfreie Retouren ist dennoch nicht zwangsläufig zu erwarten. Immerhin haben gut 10 Prozent der Onlinehändler in der ECC-Umfrage erklärt, ihren Kunden auch weiterhin für die Rücksendung von Waren keine Kosten auferlegen zu wollen. Knapp ein Drittel der Händler hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht auf eine künftige Handhabung der Retourenregelung festgelegt.

(Bild: ECC Köln )

(map)