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Das Ende langjähriger Streitigkeiten: Microsoft und Google reichen sich die Hände

Die beiden IT-Konzerne haben sich darauf geeinigt, künftig auf alle Kartell- oder Patentrechtsklagen gegeneinander zu verzichten. Nun wollen die beiden nur Geschäft und Kunden konkurrieren.

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Google und Microsoft wollen einander nicht mehr bei den Regulierungsbehörden anschwärzen. Microsoft habe sich bereit erklärt, die Beschwerden gegen Google zurückzuziehen, erklärte ein Sprecher dem Technologieblog "Recode" am Freitag. Der Redmonder Konzern werde sich weiterhin darauf konzentrieren, aktiv um Geschäft und Kunden zu konkurrieren. Auch Google erklärte, man wolle mit Microsoft nicht in rechtlichen Fragen, sondern mit ihren Produkten im Wettbewerb stehen.

Die Nachricht kam wenige Tage, nachdem die europäischen Kartellwächter Google den Missbrauch einer Marktdominanz beim Smartphone-System Android vorgeworfen haben. Neben einigen anderen Unternehmen hatte Microsoft mit seinen Beschwerden Anstoß für die jahrelangen Wettbewerbsermittlungen der EU-Kommission gegen Google gegeben.

Konkret hatte die EU-Kommission Google vorgeworfen, von Herstellern als Vorbedingung für die Lizenzierung bestimmter geschützter Google-Apps zu verlangen, den eigenen Browser Chrome vorzuinstallieren und die Google-Suche auf ihren Geräten als Standardsuchdienst festzulegen. Auch hindere Google Hersteller am Verkauf von Smartphones mit konkurrierenden Betriebssystemen, die sich auf den offenen Android-Quellcode stützen. Obendrein biete Google Herstellern und Betreibern von Mobilfunknetzen finanzielle Anreize dafür, wenn sie ausschließlich die Google-Suche auf ihren Geräten vorinstallieren. Der Internetkonzern hatte am Donnerstag den Vorwürfen der EU-Kommission zum Marktmissbrauch widersprochen, gleichzeitig aber versichert, mit den EU-Vertretern künftig zusammenzuarbeiten.

Die Einigung sei seit einiger Zeit vorbereitet worden, erklärten die Unternehmen gegenüber "Recode". Bereits vor einiger Zeit war bekannt geworden, dass Microsoft aus der selbst mitinitiierten Industriegruppe ICOMP ausgetreten war, die Google Wettbewerbsverstöße vorwirft. Der Windows-Konzern ließ auch seine Patentklagen gegen Google fallen, verlangt aber weiterhin Lizenzzahlungen von Herstellern von Google-Geräten.

Bei der Vereinbarung handelt es sich um die zweite Übereinkunft zwischen den beiden Unternehmen innerhalb eines Jahres. Im September hatten sich die beiden darauf verständigt, die rechtlichen Auseinandersetzungen zu Android-Patenten einzustellen. (mit Material von dpa) / (ane)