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Das Fairphone wird robuster

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Egal ob fair oder nicht, das Displayglas ist wohl das Bauteil beim Smartphone, das nach einem Sturz am häufigsten kaputt geht. Nicht immer ist ein Austausch mit einfachen Mittel möglich. Auch den Machern des aus möglichst konfliktfreien Materialien bestehenden Fairphones ist das bewusst: In einem Statusupdate hat das Team angekündigt, ihr Displayglas nicht nur robuster, sondern auch einfacher ersetzbar zu machen.

Statt die dünnste mögliche Lösung zu verwenden, bei der Touch-Panel und Displayglas eine Einheit sind, hat man sich entschieden, die Schichten zu trennen. Dadurch werde das Gerät zwar 5 Gramm schwerer und 0,2 Millimeter dicker als geplant, die Bruchgefahr soll dadurch jedoch deutlich sinken. Zudem lässt sich das Fairphone laut Hersteller auch beim Bruch des gehärteten und kratzfesten Dragontrail-Schutzglases weiter bedienen.

Noch wird am Fairphone kräftig geschraubt, es soll im Oktober für 325 Euro ausgeliefert werden

(Bild: Fairphone)

Damit folgt Fairphone nicht dem Trend bei den High-End-Smartphones, wo sich das Display-Panel aus optischen Gründen möglichst nah an der Oberfläche befindet. Beim Bruch müssen bei diesen Geräten mindestens Touchscreen und Schutzglas zusammen getauscht werden, was entsprechend teurer ist. Viele günstige Geräte verwenden dagegen aus Kostengründen wie das Fairphone weiterhin mehrere Schichten.

Der kleine Aufdruck auf dem Kondensator steht für "Solutions for Hope", ein Hinweis auf den fairen Ursprung des verwendeten Materials

(Bild: Fairphone)

Auch abseits des Displays haben die Fairphone-Macher einiges zu berichten: Die bereits vom tschechischen Zulieferer AVX produzierten Kondensatoren werden etwa mit dem Aufdruck "sol.f Ho" versehen sein. Die Abkürzung steht für das Projekt Solutions for Hope im Kongo und soll garantieren, dass die verwendeten Bauteile tatsächlich mit konfliktfreien geförderten Tantal hergestellt wurden. Auch der konfliktfreie Zinn (CFTI) befindet sich auf dem Weg in die Verhüttung, während erste Tests mit vergleichbarem Zinn laufen. Die Projekte Solutions for Hope und CFTI sollen verhindern, dass die Gewinne aus der Förderung der Erze für die Fortsetzung der bewaffnete Konflikte im Kongo eingesetzt werden. Die Einnahmen sollen stattdessen der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen. An den Initiativen sind neben Fairphone und AVX eine Reihe anderer Firmen beteiligt, darunter etwa Motorola, Nokia, Blackberry oder auch Foxconn.

Im Juli will Fairphone zudem die Fabrik im chinesischen Chongqing auf mögliche soziale und ethische Konflikte bei der Produktion und im Umfeld überprüfen. Dabei entdeckte Probleme sollen danach gelöst werden.

Das Fairphone soll nach der erfolgreichen Finanzierung per Crowdfunding ab Oktober ausgeliefert werden und kostet als Vorbestellung 325 Euro. Einen früheren Termin schließt Fairphone auch deshalb aus, weil er längere Schichten für die Arbeiter bei einigen Zulieferern bedeuten würde.

Siehe dazu auch den Beitrag im c't-Blog:


Update 1.7. 19:50 Uhr: