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Das nächste Windows heißt "Windows 10"

Microsoft hat erstmals den Nachfolger von Windows 8.1 gezeigt, der bislang unter dem Codenamen "Threshold" entwickelt wurde und allgemein als Windows 9 gehandelt wurde.

Microsoft hat den Nachfolger von Windows 8.1 vorgestellt und richtet sich dabei vor allem an Großkunden. Zuerst wurde der Name des neuen Betriebssystems vorgestellt. Er lautet überraschenderweise "Windows 10". In San Francisco hat Microsoft schon mal eine Vorabversion von Windows 10, Build-Nummer 9841, gezeigt. Unsere Bilderstrecke wirft einen ersten Blick auf diese Version.

Microsoft bedient mit der Ankündigung vor allem Geschäftskunden: Windows 10 kommt mit einem anpassbaren Store.

Das Startmenü enthält eine "me"-Kachel, kann Apps festpinnen und hat Schaltflächen zum Herunterfahren und Neustarten. Das Bedienkonzept soll ausdrücklich Nutzer ansprechen, die sich in Windows 7 wohlfühlen. Windows 10 gebe "das bekannte Gefühl von Windows 7 mit einigen Elementen aus Windows 8". Das Startmenü kann in der Größe angepasst werden, ebenso wie die einzelnen Kacheln darin. Die Suchfunktion ist eine Mischung aus Windows 7 und Windows 8/8.1: Die Ergebnisse werden wie in Windows 7 im Startmenü eingeblendet – und zwar sowohl lokale Suchergebnisse als die der Web-Suche.

Die SnapView-Funktion von Windows 7, mit der der Anwender Fenster nach links bzw. rechts schiebt und so auf 50 Prozent der Bildschirmfläche einrasten lässt, ist wie gewohnt enthalten – und sie funktioniert auch mit einer Mischung aus Desktop-Programmen und Kachel-Apps.

Windows 10 unterstützt virtuelle Desktops. Auf der Taskleiste befindet sich nun eine "Task View"-Schaltfläche, die eine Übersicht aller Fenster aus allen Desktops anzeigt. Mit der Funktion "Snap Assist" lassen sich Apps aus allen Desktops auswählen und auf den gewünschten Desktop verschieben, um sie umzusortieren.

In einem Youtube-Video preist Microsoft-Manager Joe Belfiore Windows 10 als "bestes Windows bisher" an.

Nach einer gefühlten Ewigkeit gibt es endlich eine Funktion, die klein erscheint, aber deren Fehlen immer gestört hat: Man kann Inhalte der Zwischenablage außer mit den bereits bekannten Möglichkeiten nun auch mit Strg+V in die Eingabeaufforderung einfügen.

In der Version, die Microsoft vorgestellt hat, gibt es noch das Charms-Menü – Joe Belfiore sagte aber in seiner Präsentation, dass sich daran noch etwas ändern soll. In welche Richtung die Änderungen gehen, steht aber offenbar noch nicht fest.

Für 2-in-1-Geräte, also Notebooks mit abnehmbarer Tastatur, hat Microsoft eine Designstudie vorgestellt. Das Bedienkonzept mit der vorläufigen Bezeichnung "Continuum" lässt den Anwender zwischen Desktop- und Kacheloberfläche umschalten – je nachdem, ob er Maus und Tastatur oder den Touchscreen bedient. Der Startbildschirm mutiert in der Touch-Ansicht zu einem maximierten Startmenü: links die angepinnten Programme, rechts daneben die aus Windows 8 bekannten Kacheln.

Eine Vorabversion von "Windows 10" will Microsoft im Rahmen eines "Windows Insider Program" veröffentlichen – ob für jedermann, ist allerdings unklar. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass die Preview nur für Leute ist, die wissen, dass "DLL nicht das neue OMG", "PXE-Boot keine Mädchen-Punkband" und "BIOS kein BIO-Treibstoff" ist. Der Download soll "bald" unter preview.windows.com verfügbar sein. Von Microsoft Deutschland hieß es, die Windows-10-Preview soll ab dem 01. Oktober um 18 Uhr deutscher Zeit verfügbar sein. Etwas später soll eine Preview des nächsten Servers sowie der Management-Tools folgen.

Anfang nächsten Jahres wird es dann mutmaßlich eine weitere Preview geben, die sich an Privatkunden richtet. Die Veröffentlichung des fertigen Windows 10 plant Microsoft im weiteren Jahresverlauf, was darauf hindeutet, dass es nicht erst zum Weihnachtsgeschäft 2015 kommen soll.

[Update 30. 9. 2014, 20:45]

Wie erwartet hat Microsoft verkündet, dass es künftig regelmäßig funktionale Updates für Windows geben wird, die nur für Business-Kunden "opt-in" sein werden. Sie werden üblicherweise via Windows-Update heruntergeladen, können aber im Unternehmen auch anders verteilt werden. Sicherheits-Patches werden weiter wie gewohnt monatlich erscheinen.

Business-Kunden verspricht Microsoft zudem Verbesserungen im Bereich Sicherheit. Unter anderem soll das Verschlüsseln leichter werden, um Daten auch dann zu schützen, wenn sie die Firma beispielsweise auf einem USB-Stick verlassen. Die Nutzer sollen dafür keine separaten Anwendungen mehr brauchen und auch sonst ihr gewohntes Verhalten nicht umstellen müssen. Offenbar will man auch die Funktion Direct-Access weiter ausbauen. Sie sorgt für den transparenten und sicheren Zugang von mobilen Mitarbeitern ins Firmennetz.

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