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Das vermessene Ich: Körper- und Lebensdaten sammeln

Der noch nicht offiziell gestartete Dienst TicTrac verknüpft und visualisiert Körper- und Lebensdaten.

Für die einen ist es der Anfang einer "Körperdiktatur [1]", für die anderen eine Riesenchance für Wissenschaft und Medizin: Quantified Self [2] polarisiert. 2007 von zwei Wired-Redakteuren ins Leben gerufen, geht es der Bewegung vor allem um das Sammeln möglichst vieler Körper- und Lebensdaten. Was man mit den Daten anfängt, ist jedem selbst überlassen: Einige Quantified-Self-Anhänger wollen ihre sportlichen Leistungen verbessern, andere herausfinden, woher ihre Migräneanfälle kommen – und manche finden auch einfach nur Statistiken spannend.

Die Industrie wittert derweil ein Riesengeschäft und bringt immer mehr Geräte zur Selbstvermessung auf den Markt. Dank Internetplattformen wie TicTrac [3] lassen sich sich die Körper- und Lebensdaten verknüpfen und grafisch aufbereiten.

Datensammeln als Privatvergnügen – in Deutschland, dem Land der Hausverpixeler, sieht man das traditionell skeptisch. Während viele Medien das Bild vom effektivitätsgeilen Quantified-Self-Maschinenmenschen zeichnen, zieht die Autorin Juli Zeh gleich die Nazikeule [4]: "Es gab in Deutschland schon einmal eine Bewegung, die meinte, den Wert eines Menschen am Kopfumfang ablesen zu können".

In einer Titelstrecke versucht c't, sich dem Phänomen unvoreingenommen zu nähern – unter anderem mit einem Vergleichstest. 19 unterschiedlichen Körpermessgeräten hat die c't-Redaktion im Dauertest auf den Zahn gefühlt: Aktivitätssensoren wie dem Bodymedia [5]-Fit-Armband, Nike-Fuelband [6] und Fitbit-Ultra [7]-Riegel, Schlaftrackern wie Zeo [8] und Lark [9] sowie WLAN-Waagen.

Florian Schumacher [10], der das Quantified-Self-Netzwerk in der Öffentlichkeit vertritt, berichtet im Interview, was ihn an Körperdaten fasziniert; Christian Heller alias Plomlompom [11] beantwortet Fragen über sein Gehirn, das er in ein öffentlich zugängliches Wiki [12] ausgelagert hat. Außerdem hat die c't-Redaktion ausprobiert, was bei einer Genanalyse des US-Unternehmens 23andMe [13] herauskommt.

Mehr dazu:

(jkj [14])


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http://www.heise.de/-1665408

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[1] http://www.menschen-das-magazin.de/wissen/index.php?sid=dc9784a5239565815fe2cd011ded438a&cid=214
[2] http://quantifiedself.com/
[3] http://www.tictrac.com/
[4] http://www.menschen-das-magazin.de/wissen/index.php?sid=dc9784a5239565815fe2cd011ded438a&cid=214
[5] http://www.bodymedia.com/
[6] http://www.nike.com/fuelband/
[7] http://www.fitbit.com/de/product
[8] http://www.myzeo.com/
[9] http://www.lark.com
[10] http://igrowdigital.com/de/posts/
[11] http://www.plomlompom.de/
[12] http://www.plomlompom.de/PlomWiki/
[13] https://www.23andme.com
[14] mailto:jkj@ct.de