Menü

Daten von Gaia und Hubble: Milchstraße hat Masse von 1,5 Billionen Sonnenmassen

Dank der ESA-Sonde Gaia konnten Forscher die Bewegung von Satelliten der Milchstraße nun viel genauer berechnen. So konnten sie unsere Heimatgalaxie wiegen.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 132 Beiträge
Daten von Gaia und Hubble: Milchstraße hat Masse von 1,5 Billionen Sonnenmassen

(Bild: theartofsounds2001)

Mithilfe der neuen Daten des ESA-Weltraumteleskops Gaia und den Beobachtungen von Hubble haben Astronomen die Masse der Milchstraße bestimmt und den Wert wieder nach oben geschraubt: Alle bis zu 129.000 Lichtjahre vom Zentrum unserer Galaxis entfernten Objekte zusammen kommen demnach auf eine Masse von 1,54 Billionen Sonnenmassen. Bisherige Analysen hatten Ergebnisse zwischen 500 Milliarden und 3 Billionen Sonnenmassen ergeben. Zuletzt hatten Forscher der University of Arizona eine Gesamtmasse von 960 Milliarden Sonnen ermittelt.

Wie die Forscher um Laura Watkins von der Europäischen Südsternwarte nun erläutern, haben sie auf Daten von Hubble und Gaia zurückgegriffen. Während Hubble seit Jahrzehnten Aufnahmen des Sternenhimmels macht, hat die ESA-Sonde Gaia in den vergangenen Jahren einen bis dato unerreichten 3D-Atlas der Milchstraße erstellt. Die Daten kamen den Forschern nun zugute.

Wie ihre Vorgänger hat auch dieses Forscherteam die Bewegung von Kugelsternhaufen in der Umgebung der Milchstraße analysiert und darauf aufbauend die Masse der Galaxie ermittelt, um die sie kreisen. Während Forscher aber bislang lediglich Bewegungen in Richtung unserer Erde und davon weg messen konnten, ging in die neue Rechnung nun auch die seitwärtige Bewegung ein. Die konnte erst von Gaia geliefert werden. Insgesamt 34 Kugelsternhaufen seien auf diesem Weg in die Studie einbezogen worden.

Die Masse der Milchstraße ist ein wichtiger Wert in der Kosmologie, da sich daraus eine ganze Reihe von Daten ermitteln lassen – allen voran der Anteil der mysteriösen Dunklen Materie. Dass Gaia nun dabei hilft, auch diese Frage viel genauer zu beantworten, unterstreicht den immensen wissenschaftlichen Wert der Mission. Der von ihr erstellte 3D-Himmelsatlas und die Veröffentlichungspraxis der ESA sorgen seit vergangenem Jahr für eine weitgehend unbemerkte Revolution in der Astronomie.

Lesen Sie dazu auch bei heise online:

(mho)