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Datenflut setzt Breitbandanbieter unter Druck

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Die Anbieter schneller Internetanschlüsse sehen sich durch immer aufwendigere Anwendungen unter Druck, wie am Donnerstag beim 2. Thüringer Breitbandgipfel deutlich wurde. "Es ist ein Hase-und-Igel-Spiel“, sagte Stefan Reindl, Vorstandsmitglied der Eon Thüringer Energie AG, deren Tochter Netkom ein Glasfasernetz betreibt.So erzeugten immer höher auflösendere Displays von Mobilgeräten sowie Videoübertragungen größere Datenströme, die vor allem bei Funkverbindung Kapazitätsprobleme bedeuteten. Selbst die Nachfrage der Privatanwender gehe inzwischen über eine Bandbreite von zwei Megabit pro Sekunde hinaus, die vor einiger Zeit noch als Ziel gegolten hätten. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sah sie nur noch als "Basisversorgung", aber nicht mehr als ausreichend für zukünftige Anwendungen.

Auch Jürgen Schneider von der Deutschen Telekom AG sprach von einer "gewaltigen Zunahme" der Datenmengen. "Der Hunger nach Bandbreite ist da und wird immer mehr steigen." Gleichzeitig entwickle sich aber auch die LTE-Funktechnik weiter. Über entsprechende Softwarelösungen könnten dann in den nächsten Jahren über die gleichen Sender noch größere Datenmengen als bisher übertragen werden. LTE mit einer Reichweite bis zu zehn Kilometern dient vor allem zur Anbindung dünner besiedelter Regionen, in denen die geringe Einwohnerzahl Investitionen in Leitungen unrentabel mache.

Leitungen seien allerdings nach wie vor deutlich leistungsfähiger als Funkverbindungen, sagte Reindl. Schneider sprach vom Faktor zehn. Nach seinen Beobachtungen seien aber sowohl gewerbliche als auch private Kunden kaum bereit, für größere Übertragungskapazitäten auch mehr zu bezahlen.

Angaben Machnigs zufolge ist in Thüringen die für Ende 2012 angepeilte Breitbandabdeckung von 85 Prozent der Haushalte bereits überschritten. Derzeit liege die Quote bei 89 Prozent. Der weitere Ausbau werde aber nur in einem Miteinander von Unternehmen und öffentlicher Hand gelingen. Die verbliebenen weißen Flecken seien wegen der geringen Kundenzahl dort immer aufwendiger zu schließen. Tim Brauckmüller, Geschäftsführer des Breitbandbüro des Bundes, sprach von einem "Kraftakt". (axk)