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Datenklau bei Marriott: US-Ermittler beschuldigen angeblich China

Der immense Datenabgriff bei Marriott soll Teil eines noch viel umfangreicheren Hackerangriffs gewesen sein – durchgeführt von einem Geheimdienst aus China.

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Datenklau bei Marriott: US-Ermittler beschuldigen angeblich China

(Bild: Shutterstock.com / Gorodenkoff)

US-Ermittler verdächtigen einen chinesischen Geheimdienst, hinter dem Datenklau beim US-Hotelkonzern Marriott zu stecken. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf zwei anonyme Quellen, die mit den Ermittlungen vertraut seien. Bei dem massiven Einbruch waren Daten von bis zu 500 Millionen Gästen der Konzerntochter Starwood abgegriffen worden, hatte der Konzern Ende November mitgeteilt. Marriott gehöre zu den wichtigsten Anbietern, wenn es um Hotelübernachtungen für US-Regierungsmitarbeiter und Militärangehörige gehe, deutet die US-Zeitung einen möglichen Hintergrund an.

Der Datenklau soll demnach Teil eines noch viel umfangreicheren Hackerangriffs gewesen sein, in dessen Rahmen Mitarbeiter des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit bei der US-Personalbehörde und dem Krankenversicherer Anthem eingebrochen sein sollen. In diesen Fällen stünde nun die Veröffentlichung von weiteren Anklageschriften bevor, ergänzt die New York Times. Dabei werde es aber nicht um den Marriott-Hack gehen, der erst vor wenigen Wochen entdeckt worden war. Die Details zu diesem Angriff würden aber die Dringlichkeit erhöhen, offiziell auf die angeblichen Aktivitäten zu reagieren.

Bei dem Hackerangriff auf Marriott waren auch Daten zu Pässen abgegriffen worden, die es den Angreifern beispielsweise ermöglichen würden, Grenzübertritte der Betroffenen zu überwachen, schreibt die US-Zeitung weiter. Das passe zu dem von Ermittlern verbreiteten Bild, dass es den chinesischen Hintermännern bei ihren Angriffen darum gehe, gegnerische Spione zu finden sowie Zielpersonen zu identifizieren, die als eigene Spione rekrutiert werden könnten. Mit den Marriott-Daten könne man hilfreiche Muster in den Reisen von Zielpersonen ermitteln.

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Die Enthüllung zu den angeblich chinesischen Verantwortlichen hinter dem Hackerangriff auf Marriott kommt nun nicht nur parallel zu neuen Eskalationen zwischen China und den USA. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, behauptete ein Vertreter des US-Geheimdiensts NSA am Dienstag, dass China wieder verstärkt Cyberangriffe auf die USA durchführen würde. Dabei würden sich die Agenten des Reichs der Mitte auf kritische Infrastruktur konzentrieren und das Fundament für künftige Angriffe legen. China weist die Vorwürfe zurück. (mho)