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Datenleck im US-Kernwaffenlabor Los Alamos

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Die Wiege der amerikanischen Atombombe, das Los Alamos National Laboratory, verliert seit Jahren sicherheitsrelevante Daten -- nicht eimer-, sondern festplattenweise. Die bislang letzte Verlustmeldung berichtet, eine Inventur habe den Fehlbestand eines classified removable electronic medium (CREM) ergeben, darunter versteht man portable Datenträger wie Festplattenlaufwerke, auf denen Geheiminformationen abgelegt sind. In Los Alamos finden sich diese Archivmedien zu Zehntausenden, und mit schöner Regelmäßigkeit gehen einige dieser Exemplare, meist durch Verwaltungsfehler, verloren, zuletzt im Januar 2003 sowie November und Januar 2002. Zwei Laufwerke, die sich 2001 "beiseite geschlichen" haben, fanden sich später im Schatten einer laboreigenen Kopiermaschine wieder. Zwischenzeitlich vermisste man in Los Alamos auch einmal gleich 200 komplette Rechner mit vertraulichen Daten.

"Können diese Leute niemals etwas richtig machen?" zeterte der örtliche Sicherheitsberater Glenn Walp gegenüber Journalisten. "Die halten sich an die alte Firmenmaxime: 'Das liegt nicht an uns, sondern am System'".

Energieminister Spencer Abraham verlangt eine Ausmusterung der portablen Laufwerke in allen Nuklearlabors bis zum Jahr 2009 zugunsten einer plattenlosen IT-Umgebung. Doch Danielle Brian, Chefin des Überwachungsausschusses der Regierung, hält dieses Ziel für zu bescheiden. Auch wenn Los Alamos inzwischen 60 Prozent seiner losen Laufwerke ersetzt habe, gebe es dort immer noch genug Material, das man verlieren könne. (hps)