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Datenpanne führt zur ungenehmigten Organentnahme in Großbritannien

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Das britische Gesundheitsministerium hat sich in einer Erklärung dafür entschuldigt, dass durch eine IT-Panne Genehmigungs-Details im zentralen Spendenregister durcheinander geworfen wurden. Laut Presseberichten wurden etwa 20 Toten Organe gegen deren vorher erklärten Willen entnommen. Die Datensätze von etwa 800.000 Organspendern im UK donor register sind demnach betroffen. Durcheinandergekommen seien bei ihnen zum Beispiel die Details, ob Organe wie etwa die Augen entnommen werden dürfen oder der Körper eventuell Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden könne. Die Fehler hätten sich bereits 1999 eingeschlichen, als das Register noch von der Straßenverkehrsbehörde geführt worden sei.

In den 20 erwähnten Fällen seien die Angehörigen von Verstorbenen falsch über die vom Toten genehmigten Organspenden-Details unterrichtet worden. Daraufhin hätte sie guten Glaubens ihre Zustimmung zu Entnahmen gegeben. Der Irrtum stellte sich erst heraus, als die Operationen bereits stattgefunden hatten.

400.000 der 800.000 Datensätze habe man korrigieren können, die anderen 400.000 Personen würden jetzt durch die nun zuständige "NHS Blood and Transplant" angeschrieben. Bis die Sache geklärt ist, sollen diesen Personen keine Organe entnommen werden. Von ihnen seien bisher 45 gestorben. Die Entnahme von Körperteilen bei Toten ist in Großbritannien ohne explizite Vorab-Willensserklärung des Einzelnen oder die Genehmigung durch seine Verwandten strafbar.

Gesundheitsminister Andy Burnham entschuldigte sich bei den Familien und sicherte eine umfassende Aufklärung der Vorfälle zu: "Ich habe Professor Sir Gordon Duff von der Sheffield University beauftragt mit einer Studie herauszufinden, warum das passiert ist, wie Fehler wie diese vermieden werden und welche Schritte notwendig sind, um das Vertrauen in das Spendenregister wieder herzustellen." (jes)