Datensammelei für autonomes Fahren: Testfeld Niedersachsen eröffnet

Die ersten sieben Kilometer eines Testfelds, auf dem Daten für autonomes Fahren gesammelt werden sollen, ist nun offiziell in Betrieb.

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(Bild: DLR (CC-BY-3.0))

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Das "Testfeld Niedersachsen" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist offiziell eröffnet worden. An der Autobahn 39 zwischen dem Kreuz Wolfsburg-Königslutter und Cremlingen wurde dafür eine sieben Kilometer lange Teststrecke zur Erfassung des Verkehrsflusses eröffnet.

Auf der Forschungs- und Entwicklungsstrecke sollen Informationen aus realen Verkehrssituationen im großen Maßstab gewonnen, miteinander verknüpft und ausgewertet werden. Daraus sollen sich Funktionen für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge entwickeln oder verbessern lassen.

Erfassungsmast an der A39.

(Bild: DLR)

Das Testfeld soll als offene Forschungsplattform für wissenschaftliche Einrichtungen und industrielle Partner genutzt werden können. Es wird stückweise in Betrieb genommen. An der A39 stehen jetzt 71 Masten, mit denen Fahrzeugpositionen und die anderer Objekte im Verkehrsraum anonymisiert und hochpräzise erfasst werden können.

Die Kamerasysteme erfassen die Verkehrsteilnehmer und werden anschließend in Echtzeit verarbeitet. Dabei werden alle personenbezogenen und personenbeziehbaren Daten gelöscht, versichert das DLR: "Die extrahierte und zur Speicherung vorbereitet Datei enthält ausschließlich Informationen über die Bewegungsbahnen des Objektes sowie dessen Spezifika."

Mit den Daten sollen Wissenschaftler beispielsweise Aufschluss darüber bekommen, was zukünftige Assistenz- und Automationssysteme leisten müssen. Dafür können die Masten untereinander sowie mit entsprechend technisch ausgerüsteten Fahrzeugen kommunizieren. Zusätzlich zu den fest verbauten gibt es mobile Masten, die Tests auch abseits der Autobahn ermöglichen.

Das Testfeld Niedersachsen besteht auch aus hochgenauen Karte und die Simulation der gesamten Strecke. Damit soll vorab getestet werden können, was später auf der Straße zur Realität werden könnte. Dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Entwicklungs- und Testmethoden beziehungsweise -werkzeuge macht das Testfeld Niedersachsen einzigartig.

Testfeld Niedersachsen

(Bild: DLR)

Wenn das Testfeld vollständigen aufgebaut ist, soll es sich über etwa 280 Kilometer auf den Autobahnen A2, A39, A391 sowie mehrere Bundes- und Landstraßen erstrecken. Es ist die Weiterentwicklung von AIM, der Anwendungsplattform Intelligente Mobilität. Seit der Fertigstellung 2014 betreibt das DLR im Zusammenhang mit AIM unter anderem eine Forschungskreuzung in Braunschweig, eine Teststrecke auf dem Innenstadtring sowie verschiedene Simulatoren und spezielle Laboreinrichtungen.

Das DLR-Projekt des DLR wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie vom Niedersächsischem Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Die Messdaten von der A39 wollen von Volkswagen, Continental, der Wolfsburg AG, IAV GmbH, OECON GmbH, ADAC, NordSys und Siemens genutzt werden. (anw)