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Datenschützer setzen Apple unter Druck

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iPhone und iPad speichern ihre aktuelle Position unverschlüsselt in einer Datei auf dem Gerät, die beim Backup auf den jeweiligen Rechner übertragen wird. Diese Praxis kannten Insider zwar schon länger, erst jetzt wurde sie jedoch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Der zuständige bayerische Datenschützer Thomas Kranig verlangte nun in einem Schreiben an Apple Auskunft. Er will wissen, welche Geräte Bewegungsdaten speichern, welche Daten das sind und wo sie gespeichert werden. Außerdem fragt er, wer Zugriff auf die Daten habe, "ob und was Apple damit macht und ob der Nutzer die Möglichkeit hat, diese Datenerfassung zu unterdrücken". Bislang hat Apple weder auf Kranigs Fragen noch auf die von Medien geantwortet.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar sagte, auf Basis des Fragenkatalogs werde es "eine Bewertung geben, und wenn die negativ ist, wovon ich ausgehe, dann muss Apple seine Praxis ändern." Kranig räumte ein, er rechne nicht mit schnellen Antworten.

Auch in anderen Ländern rühren sich die Datenschützer. So hat der New York Times zufolge die italienische Datenschutzbehörde eine Untersuchung eingeleitet. Und auch die französischen Behörden rühren sich. France Soir zitiert den Generalsekretär der dort zuständigen CNIL (Commission nationale de l’informatique et des libertés) Yann Padova: "Diese Aufzeichnung ist aufdringlich und gefährlich. Erstes Problem: Die Betroffenen erfahren nichts von dieser Standortbestimmung. Zweites Problem: Wir wissen nicht, ob die Daten an einen Dritten übertragen werden oder ausschließlich auf den Geräten des Nutzers bleiben. Wenn man wüsste, dass diese Daten an Apple oder andere übertragen werden, wäre das nicht akzeptabel." (mit Material von dpa) /

(ck)