Menü

Datenschutz: Alibaba-Chef darf Moneygram nicht übernehmen

Die USA haben die Übernahme des Bartransferdienstes Moneygram durch eine chinesische Firma untersagt. Grund ist offenbar, dass deren Einsicht in US-Finanzdaten die nationale Sicherheit der USA gefährden könnte.

Moneygram-Formulare

(Bild: gemeinfrei)

Die USA fürchten um ihre nationale Sicherheit, wenn eine chinesische Firma Kontrolle über US-Finanzdaten erhält. Das lässt sich aus dem Verbot einer Übernahme ableiten: Die chinesische Ant Financial Services Group (ehemals Alipay) wollte den Bartransferdienst Moneygram kaufen. Doch das genehmigte die US-Behörde CFIUS nicht, wie Moneygram am Dienstag mitgeteilt hat.

Eine Moneygram-Stelle in Kamerun

(Bild:  Diange007 CC BY-SA 4.0 )

Ant Financials gehört mehrheitlich Alibaba-Chef Jack Ma und anderen Alibaba-Managern. CFIUS steht für Committee on Foreign Investment in the United States ("Komitee für ausländische Investitionen in den Vereinigten Staaten"). Unter dem Vorsitz des US-Finanzministers kommen in dem Komitee Vertreter sechs weiterer US-Ministerien sowie sieben anderer Bundesbehörden zusammen, um über die Auswirkungen ausländischer Investitionen auf die nationale Sicherheit zu befinden.

Neu ist, dass Datenschutz-Bedenken zum Verbot der Übernahme geführt haben dürften. Bislang hat sich das CFIUS vor allem darum gesorgt, ob eine Auslandsinvestition dazu führen könnte, dass Technik oder Geld in Länder gelangt, die von den USA mit Sanktionen belegt sind.

Mehr Infos

Im Mai hatten zwei US-Senatoren der republikanischen Partei den Finanzminister schriftlich davor gewarnt, die Übernahme zu genehmigen. Der Fall sei wie die Übernahme einer großen US-Bank zu bewerten. Daten über Finanztransaktionen von US-Bürgern, darunter Militärangehörigen, würden dann einer chinesischen Firma gehören. Und umgekehrt hätte ein US-Unternehmen keine Chance, in der Volksrepublik China einen bedeutenden Finanzdienstleister zu kaufen.

Moneygram und Ant Financials versprachen, die Daten zu schützen, und US-Kundendaten nur in den USA zu speichern. Das reichte dem CFIUS aber nicht. Nun haben die beiden Firmen die Übernahme abgeblasen. Stattdessen wollen sie fortan "eng zusammenarbeiten". (ds)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige