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Datenschutz: Werbe-Tracker überwinden Gerätegrenzen

US-Datenschützer warnen vor einer Technik, mit der die Werbeindustrie versucht, Nutzer-Profile über Gerätegrenzen hinweg zu erstellen. Sie nutzt dazu hohe Töne, die Menschen nicht hören, Apps auf Mobilgeräten aber erkennen können.

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Die Datenschutzorganisation Center for Democracy and Technology (CDT) warnt in den USA vor den Folgen von geräteübergreifendem Nutzer-Tracking. Dabei wird Werbung im Fernsehen oder im Internet mit hochfrequenten Tönen unterlegt, die Menschen nicht wahrnehmen. Tablets, Smartphones und Geräte in der Nähe können diese sogenannten Sound-Beacons aber registrieren. Gelingt das, werden die Geräte einem Benutzerprofil zugeordnet. Damit können Werbenetzwerke auf breiter Front die Interessen des Nutzers auskundschaften und ihn geräteübergreifend mit zielgerichteter Werbung berieseln.

Das CDT warnt davor, dass die Menschen immer mehr mobile Geräte nutzen, in denen Daten über sie anfallen. Durch Zusammenführen dieser Daten würden die Werbenetzwerke ihr Wissen über den Einzelnen stark ausweiten. Die US-Aufsichtsbehörde FTC (Federal Trade Commission) wird sich am morgigen Montag in einem Workshop mit dem Thema beschäftigen. Das CDT hat dazu einen schriftlichen Kommentar zu dieser Technik (engl. PDF) eingereicht.

Laut CDT entwickeln derzeit die Firmen Adobe, SilverPush, Drawbridge und Flurry an geräteübergreifenden Nutzerprofilen. Die US-Datenschützer warnen dabei besonders vor SilverPush. Denn im April 2015 habe man deren Software bereits in 6 bis 7 Apps gefunden. Ist eine solche App aktiv, kann sie das Sound-Beacon von Werbung identifizieren, die ein anderes Gerät abspielt. Laut SilverPush werde dabei nur auf die Beacons und nicht auf andere Geräusche oder gar auf Sprache gelauscht. Nach Angaben von CDT überwacht SilverPush so bereits 18 Millionen Smartphones. (ad)