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Datenschutz bei Windows 10: Verbraucherschützer verklagen Microsoft

"Der Kunde hat mit Windows 10 die volle Kontrolle über seine Daten", sagt Microsoft. Die Verbraucherzentrale NRW sieht das etwas anders und zieht wegen unklarer Datenschutzbestimmungen vor Gericht.

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Windows 10

(Bild: dpa, Peter Steffen)

Die Verbraucherschutzzentrale NRW wirft Microsoft vor, Nutzer von Windows 10 unzureichend über Datenschutz aufzuklären und hat den Softwareanbieter auf Unterlassung verklagt. Die Nutzer würden weder in den Lizenzbedingungen noch in der Datenschutzerklärung hinreichend informiert, was mit ihren erhobenen Daten konkret passiere, kritisieren die Datenschützer. Zugleich setze Windows 10 stärker als frühere Version auf Cloud-Anbindung, so dass deutlich mehr Daten übertragen würden.

Die Verbraucherschützer hatten Microsoft bereits deswegen abgemahnt – eine Unterlassungserklärung des Unternehmens sei aber ausgeblieben, weshalb nun die Klage vorm Landgericht München I eingereicht wurde (Az.: 12 O 909/16). Microsoft erklärte, dass der Nutzer die Datenschutzeinstellungen jederzeit an seine Bedürfnisse anpassen könne. "Der Kunde hat mit Windows 10 die volle Kontrolle über seine Daten", betonte das Unternehmen.

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Für das Upgrade auf das neue Betriebssystem müssten Nutzer bestimmte Lizenzbestimmungen akzeptieren und dabei in einer Klausel zugleich pauschal in die Datenerhebung und deren Nutzung einwilligen, monieren hingegen die Verbraucherschützer. Sie fordern, dass solche Klauseln optisch hervorgehoben werden müssten. Zudem sollten die Nutzer transparent erkennen können, welchen konkreten Bedingungen sie zustimmen. Die Datenschutzerklärung sei dafür viel zu lang, unübersichtlich und unbestimmt.

Neben dieser Klage steht Microsoft auch wegen seiner Upgrade-Drängelei am juristischen Ärger ins Haus: Vor rund zwei Monaten hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg angekündigt Microsoft zu verklagen, weil es die Nutzer auf nicht akzeptable Weise zum Upgrade auf Windows 10 bewegen wolle.

Generell genießt Windows 10 unter Anwendern, die sich Sorgen um die Privatheit ihrer Daten machen, bislang keinen allzu guten Ruf. Klickt man während etwa der Installation und beim Einrichten überall auf "Übernehmen" oder "Expresseinstellungen verwenden", genehmigt Windows 10 sich auch ziemlich weit gehende Rechte zur Übertragung von Benutzerdaten an Microsoft. Allerdings lassen sich die Einstellungen auch nach der Installation noch ändern. Mit dem kostenlosen Tool O&O Shutup 10 kann man auch die datenschutzrelevanten Optionen auf einen Blick für die schnelle Änderung versammeln.

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(axk)

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