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Datenschutzbeauftragte warnt vor "Zeitbombe" Windows XP

Die brandenburgische Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge hat alle Behörden und Unternehmen des Landes aufgefordert, "die Aktualität der von ihnen verwendeten Betriebssysteme zu überprüfen". Riskant sei vor allem Windows XP.

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(Bild: dpa, Franz-Peter Tschauner/Archiv)

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Nach dem Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix mahnt nun auch dessen Kollegin in Brandenburg, Dagmar Hartge, "veraltete Betriebssysteme" und insbesondere Windows XP nicht mehr einzusetzen. Microsoft habe den Support für das Betriebssystem vor über einem Jahr gestoppt, warnt die Datenschützerin. So würden "sicherheitskritische Fehler" nicht mehr behoben. Auch Anbieter anderer Hard- und Softwareprodukte aktualisierten diese in der Folge oft nicht mehr, soweit sie auf einem veralteten System basierten. Die betroffenen Computer sowie auf ihnen gespeicherte Daten seien vor Angriffen und somit vor Missbrauch nicht ausreichend geschützt.

Jeder Außenkontakt dieser Rechner "stellt eine Gefährdung dar", führt Hartge aus. Es reiche aus, externe Datenträger zu verwenden, das Gerät mit anderen Computern zu verbinden oder ans Internet anzuschließen, um sich selbst und Dritte in die Bredouille zu bringen. Dies sei eine "Zeitbombe". Die Datenschutzbeauftragte rief daher "alle Behörden und Unternehmen in Brandenburg auf, die Aktualität der von ihnen verwendeten Betriebssysteme zu kontrollieren. Personenbezogene Daten könnten auf Rechnern mit veralteten Kernanwendungen nicht sicher verarbeitet werden.

Zahlen zum weiteren Einsatz von Windows XP in märkischen Amtsstuben oder Firmen liegen der Datenschützerin nicht vor. Im benachbarten Berlin hatte der Senat zuvor im März auf Anfragen von Oppositionsfraktionen hin angegeben, dass in der dortigen Landesverwaltung noch über 28.000 von insgesamt 70.223 mit Windows arbeitenden Rechnern mit dem nicht mehr unterstützten Microsoft-System liefen. Auch ein "temporäres Notfallpaket" vom IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) ist inzwischen ausgelaufen. Über behördliche Angebote für einen vergleichbaren gesonderten Zusatz-Support in Brandenburg ist nichts bekannt.

Verwaltungen haben immer wieder mit XP-Altlasten zu kämpfen. Laut einem Bericht des ARD-Magazins "Kontraste" verwendet etwa die Deutsche Rentenversicherung (DRV), die Personendaten von 73 Millionen Versicherten und Rentnern verwaltet, noch 40.000 Rechner mit dem System. Auch die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Vosshoff sieht dies sehr kritisch und spricht von einer "erhöhten Bedrohungslage" vor allem beim Anschluss eines solchen Computers ans Internet. Die DRV unterstreicht dagegen, dass die eingesetzte XP-Version "um eigene Sicherheitskomponenten" ergänzt worden sei. (anw)