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Datenschutzbeauftragter: Schülern fehlt Medienkompetenz

Der Thüringer Datenschutzbeauftragten glaubt, dass Schüler zu wenig darüber wissen, was mit ihren Daten im Internet geschieht. Das könnte auch am Schulunterricht liegen.

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Computer in Schule

(Bild: dpa, Marc Tirl/Symbolbild)

Der Thüringer Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse sieht Schüler beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet schlecht gerüstet. "Sie können sich zwar auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken bewegen, sie können auch ihr Handy bedienen sie wissen aber nicht, was im Hintergrund passiert", sagte Hasse der Deutschen Presse-Agentur. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung würden die meisten Schüler nicht einmal kennen.

Ein Grund dafür könne sein, dass das Schulfach Medienkunde in Thüringen möglicherweise nicht intensiv genug unterrichtet werde. Das Thema soll im Freistaat eigentlich integrativ, also im Rahmen anderer Fächer behandelt werden. "Aber ich habe so meine Zweifel, ob das wirklich an der Basis unterrichtet wird", sagt Hasse. Lehrer hätten ihm bestätigt, dass dem Fach Medienkunde nicht ausreichend Aufmerksamkeit entgegengebracht werde.

Dabei betrachtet der Datenschutzbeauftragte das Modell des integrativen Unterrichts als durchaus sinnvoll, schließlich sei Medienkompetenz auch im Alltag in vielen verschiedenen Bereichen gefragt. Auch seien die grundsätzlichen Inhalte für ihre Vermittlung in den Lehrplänen gut durchdacht. Es sei nur nicht klar, ob das Wissen auch tatsächlich vermittelt werde.

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Marion Rosin, wies mögliche Defizite im Bereich der medialen Schulbildung zurück: "Die Leistungsfähigkeit der Thüringer Schulen ist durch nationale und internationale Vergleiche belegt, dies gilt auch für die Vermittlung von Chancen und Risiken der Neuen Medien." Bei der integrativen Vermittlung von Medienkunde besitze der Freistaat sogar Vorbildwirkung. (ad)