Datenschutzbewusstsein durch den Datenbrief?

Das Bundesinnenministerium berät über die vom CCC propagierte Idee, dass Institutionen und Firmen die Betroffenen regelmäßig über alle gespeicherten Daten informieren müssen.

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Von
  • Herbert Braun

Vorgestern hat sich das Bundesinnenministerium erstmals über die Idee eines jährlichen "Datenbriefs" beraten. Diese vor allem vom Chaos Computer Club propagierte Idee sieht vor, dass Firmen, Behörden und Institutionen ungefragt, kostenlos und in regelmäßigen Abständen die Betroffenen informieren, welche personenbezogenen Daten gespeichert sind – unabhängig davon, ob diese Daten direkt angegeben wurden oder durch Zusammenführung mit anderen Quellen entstanden sind.

Bundesinnenminister de Mazière hatte bereits Ende Februar sein Interesse am Datenbrief geäußert. Nach Informationen von Zeit online sollen bereits Ende Mai erste Vorschläge zur Umsetzung vorliegen. Daten- und Verbraucherschützer sowie der CCC erhoffen sich von dem Datenbrief, dass die Betroffenen ein stärkeres Bewusstsein für das Ausmaß der über sie verbreiteten Informationen bekommen und so zur Datensparsamkeit angeregt werden.

Kritik an dem Modell kommt vor allem aus der Wirtschaft sowie von FDP und CSU, wo man die Mehrbelastung und die zusätzliche Bürokratie fürchtet. Dort denkt man eher an eine Stärkung der Auskunftsrechte, wie sie etwa seit Kurzem für die Schufa gelten. (heb)