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Datenskandal: Investoren klagen gegen Facebook, Parlamente laden Zuckerberg

Der Datenskandal um Cambridge Analytica erschüttert das Vertrauen in Facebook. Investoren verkaufen die Aktie und ziehen vor Gericht. Nutzer wollen mit einer Petition erreichen, dass das Netzwerk persönliche Daten nicht mehr so leichtfertig weiterreicht.

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(Bild: Pixelkult)

Im Datenskandal um Facebook erhöhen Investoren und Anwender den Druck auf das größte soziale Netzwerk der Welt. In San Francisco verklagten Aktionäre den Konzern. Facebook habe "sachlich falsche und irreführende Aussagen" zur Firmenpolitik gemacht, heißt es in der Klageschrift, die bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht wurde, wie CNN berichtetet. Nutzer des Netzwerks verlangten derweil in einer Petition der Mozilla-Stiftung, Facebook müsse mehr für den Schutz der Daten tun und seine Nutzer respektieren.

Cambridge Analytica und die Facebook-Profile

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Die Kläger argumentieren, Facebook habe mitteilen müssen, dass es Dritten Zugriff auf Daten von Millionen Nutzern ohne deren Zustimmung gewährt habe, argumentieren die Kläger. Da das Unternehmen das nicht früher getan habe, hätten sie große Verluste erlitten. Zuvor war der Kurs der Facebook-Aktie weiter eingebrochen. Seit Bekanntwerden des Datenskandals um die britische Analysefirma Cambridge Analytica sackte der Kurs von 185 Dollar um rund 20 Prozent. Sowohl das Europäische Parlament als auch die britischen Volksvertreter haben Facebook-Chef Mark Zuckerberg offiziell vorgeladen, um zu dem Skandal Stellung zu beziehen.

Facebook sieht sich unterdessen selbst als Opfer. "Das gesamte Unternehmen ist entsetzt darüber, dass wir hintergangen wurden", teilte der Konzern mit. Am Dienstag hatte der britische Channel 4 weitere Ausschnitte aus geheim aufgezeichneten Gesprächen mit Verantwortlichen der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica veröffentlicht. Darin brüsten sie sich, einen Großteil der Wahlkampagne von Donald Trump geleitet zu haben und mit dafür gesorgt zu haben, dss er trotz des deutlichen Rückstands bei den Wählerstimmen Hillary Clinton besiegen konnte. Cambridge Analytica hatte vorher den CEO Alexander Nix supsendiert, weil er in einem mutmaßlichen Kundengespräch illegale Methoden vorgeschlagen hatte.

Das Unternehmen war am Wochenende von Facebook ausgesperrt worden, als Berichte darüber öffentlich wurden, dass Cambridge Analytica unter Zuhilfenahme von 50 Millionen Facebook-Nutzerdaten versucht hatte, Wahlen zu beeinflussen. Die Daten seien vorgeblich für Forschungszwecke gesammelt worden und widerrechtlich kommerziell genutzt worden. Außerdem hätten die betroffenen Nutzer nicht gewusst, wofür die Daten verwendet wurden. Facebook soll zwar die Löschung gefordert, aber nie geprüft haben, ob die auch erfolgte. Seitdem steht nicht nur Cambridge Analytica sondern auch Facebook im Zentrum öffentlicher Kritik. (mit Material der dpa) /

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(mho)