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Datenverarbeitende US-Firmen: Angestellte gegen Zentralregister für Muslime

Angestellte von US-Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten, wollen nicht an einem Zentralregister für Muslime mitarbeiten. Gegen solch eine Datenbank, die unter Donald Trump möglich scheint, schwören sie sich mit einer Selbstverpflichtung ein.

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Donald Trump hat die Einrichtung einer Datenbank aller US-Muslime nicht ausgeschlossen.

(Bild: Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0 )

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Hunderte Mitarbeiter von US-Technikunternehmen haben eine öffentliche Selbstverpflichtung unterzeichnet, derzufolge sie nicht bei der Einrichtung von Datenbanken helfen wollen, mit denen die US-Regierung Einzelne auf Basis ihrer Ethnie, ihrer Religion oder Herkunft ins Visier nehmen kann. Damit beziehen sie vor dem Amtsantritt des gewählten US-Präsidenten Donald Trump Stellung zu einer besonders heftigen Kontroverse des Wahlkampfs. Auch auf mehrere Nachfragen hin, hatte Trump damals kein Zentralregister für alle Muslime in den USA ausschließen wollen, wie Politifact zusammengetragen hat.

Mit der Selbstverpflichtung befolgen die Unterzeichner einen Aufruf aus einer Kolumne auf der niederländischen Nachrichtenplattform The Correspondent. Die Autorin rät dort US-Amerikanern: "Schreibt auf, was ihr niemals tun würdet. Denn es ist möglich, dass ihr das nächstes Jahr schon tut." Die Mitarbeiter der US-Firmen beziehen sich nun auf Verbrechen aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts, an denen auch US-Konzerne ihren Anteil hatten. Das dürfe sich nicht wiederholen, fordern sie, ohne dabei aber für ihre Arbeitgeber zu sprechen.

Auffallend ist das Fehlen von Facebook-Mitarbeitern unter den Unterzeichnern. Das soziale Netzwerk hat gegenüber Buzzfeed auch nicht erklären wollen, wie es auf eine behördliche Forderung reagieren würde, bei der Einrichtung solch eines Registers zu helfen.

Lesen Sie dazu auch das Editorial aus der c't 17/15:

(mho)