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De-Mail verklagt E-Post

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Im Streit der konkurrierenden Mail-Projekte De-Mail und E-Post hat die United Internet AG die Deutsche Post vor dem Landgericht Köln verklagt, berichtet die Wirtschaftswoche. United Internet betreibt zusammen mit der Deutschen Telekom das De-Mail-Projekt, während die Post seit Mitte Juli den konkurrierenden E-Postbrief anbietet.

Nach Ansicht von United Internet versuche die Post, die Einführung der De-Mail zu verzögern. So soll sich die Post weigern, der De-Mail das Postident-Verfahren anzubieten, das in Deutschland standardmäßig zur rechtsgültigen Identifikationsprüfung eingesetzt wird. Die Wirtschaftswoche zitiert einen nicht genannten Sprecher der Post mit der Aussage: "Wir torpedieren nichts, aber wir stehen ja bald im Wettbewerb zueinander". Mit der Klage will United Internet die Post zwingen, Postident auch für De-Mail anzubieten. Die Post habe auch der Telekom das Postident-Verfahren zum 1. Januar gekündigt und will bei einem Neuvertrag ausschließen, dass sie dieses für De-Mail nutzt, meldet die Süddeutsche Zeitung.

Selbst für die Debatte um die Sicherheit der De-Mail soll die Post verantwortlich sein. So verdächtigt laut Wirtschaftswoche die Telekom ihr einstiges Schwesterunternehmen Post AG, sie habe die zentrale Prüfung der E-Mails auf Virenfreiheit, die eine Entschlüsselung erfordert, als Sicherheitslücke ins Gespräch gebracht.

Hauptursache für die Verzögerungen beim De-Mail-Start sind politische Auseinandersetzungen, hinter denen man schon im September 2009 die Lobby-Arbeit der Post vermutete. Die Post war frühzeitig aus dem De-Mail-Projekt ausgestiegen, um in eigener Initiative ihren E-Postbrief aufzubauen; sie hat angekündigt, nach Verabschiedung des De-Mail-Gesetzes eine Zulassung als Dienstleister zu beantragen. Wie spinnefeind sich beide Seiten sind, erwies sich erst kürzlich auf dem Nationalen IT-Gipfel: Weil Kanzlerin Merkel den De-Mail-Stand besuchte, boykottierte die Post AG diese Veranstaltung. (heb)