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De-Mail vor dem Start

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Das De-Mail-System steht kurz vor seinem Start in den Wirkbetrieb. Die Deutsche Telekom will den genauen Starttermin ihrer De-Mail-Infrastruktur am 23. August nennen, Mitbewerber Francotyp-Postalia meldete, im Auftrag der EU-Kommission De-Mail an das europaweite Pilotprojekt SPOCS (Simple Procedures Online for Cross-Border Services) angeschlossen zu haben.

Mit De-Mail können innerhalb des geschlossenen und kostenpflichtigen Mailsystems Nachrichten durch besonders zertifizierte Provider nach den gesetzlichen Bestimmungen des De-Mail-Gesetzes verbindlich zugestellt werden. Neben der Deutschen Telekom wollen Francotyp-Postalia mit ihrer Tochter Mentana-Claimsof und United Internet (GMX und Web.de) De-Mail-Services anbieten. Anlässlich der heutigen Bekanntgabe der Geschäftszahlen erwähnte United Internet, zum Jahresende De-Mail anbieten zu wollen.

Für Mentana-Claimsoft, die auf Firmen und Behörden spezialisiert ist, war die Arbeit im Rahmen des SPOCS von großer Bedeutung. So habe man sichergestellt, dass De-Mail für den europäischen Binnenmarkt geeignet sei und nicht als deutsche Insellösung wahrgenommen werde, heißt es in der Pressemitteilung. Das entsprechende SPOCS-Gateway wurde zusammen mit Bremen online services entwickelt. Bei dem bis Ende 2012 laufenden EU-Pilotprojekt nehmen die Länder Griechenland, Italien, Litauen, Portugal und Österreich teil, während Deutschland durch das Bundesland Bremen vertreten ist.

Die Deutsche Telekom, die als T-Systems De-Mail für Firmen und Behörden und unter dem Label T-Online den Dienst für Endkunden anbietet, hat zum Start des Projektes die Presse zu Video-Konferenzen in sieben deutschen Städten eingeladen. Man freue sich sehr darauf, eine sichere E-Mail-Infrastruktur für Bürger, Unternehmen und Behörden zu etablieren, heißt es bei der Telekom.

In Konkurrenz zum De-Mail-System steht die Deutsche Post mit ihrem E-Postbrief, der jetzt abgespeckt wird. Zum 25. September ändert sie ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen für ihren elektronischen Briefversand und verzichtet auf persönliche Zertifikate – aus Gründen der Übersichtlichkeit und des Bedienungskomforts, heißt es in den FAQ zu den neuen AGB: "Zudem wird ab dem 25. September eine Beantragung von persönlichen Zertifikaten sowie das persönliche Verschlüsseln und Signieren von E-Postbriefen nicht mehr möglich sein. Der allgemeine Sicherheitsstandard bietet Ihnen bereits den bestmöglichen Schutz, [...] so dass Sie auch ohne die Zusatzoptionen 'persönlich verschlüsseln' und/oder 'persönlich signieren' sicher und vertraulich online kommunizieren können." Die bisher verschlüsselten und verschickten E-Postbriefe im Postfach sollen vier Wochen lang nach Änderung der AGB lesbar sein. "Wir empfehlen Ihnen, Ihre Nachrichten innerhalb der nächsten vier Wochen jedoch als PDF zu exportieren", gibt die Deutsche Post ihren Kunden als Rat mit auf den E-Weg. (axk)