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De Maizière zweifelt am Schengen-Routing

Wenn Menschen tagtäglich Twitter und Facebook benutzen, ist ein "Schengen-Routing" zweifelhaft. Dies meint Bundesinnenminister Thomas de Maizière kurz vor einer Reise in die USA.

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Thomas de Maizière

(Bild: bmi.bund.de)

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat in einem Interview vor seiner USA-Reise angekündigt, Gespräche mit US-Firmen führen zu wollen, die im Internet aktiv sind, Daten sammeln und damit ein Schengen-Routing ad absurdum führen. Ein Schengen-Routing, bei dem eine E-Mail von Malmö nach Sizilien den EU-Raum nicht verlässt, bringe nichts, wenn der Versender gleichzeitig Twitter und Facebook benutzt.

Der NSA-Skandal und das "Schengen-Routing"

Wie reagiert man auf die Snowden-Enthüllungen z.B. über den Zugriff der NSA auf den kompletten Internet-Datenverkehr? Die Idee unter anderem der Deutschen Telekom: Ein "nationales Routing" ("Schengen-Routing" oder auch "Schland-Routing" genannt) einzuführen, mit dem der europäischen Datenverkehr in Europa gehalten werden soll. Dies stieß auch in der Politik auf großes Interesse - unter Fachleuten und Netzbetreibern aber eher auf Missfallen.

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Für die Fußball-Nationalmannschaft der Männer ist das Erreichen des Viertelfinales bei der WM in Brasilien Pflicht. Keine Pflicht besteht hingegen bei der Bundesregierung, das Ausmaß der NSA-Aktivitäten in Deutschland und Europa aufzuklären. So reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière nur zur Kontaktpflege in die USA. Bei seinen Gesprächen mit der US-Regierung soll vielmehr der Kampf gegen den Terrorismus im Vordergrund stehen.

"Im Übrigen habe ich gern die Äußerungen des neuen NSA-Chefs vernommen, der die Kritik aus Deutschland an der maßlosen Ausspähung aufmerksam zur Kenntnis genommen hat", erklärte de Maizière. Nach eigener Aussage benutzt der Minister ein verschlüsselungsfähiges Mobiltelefon und trägt dieses ständig "am Mann". Dies sollte sinngemäß auch für andere Bereiche gelten: Deutsche Firmen und deutsche Bürger sollten sich auf die Frage konzentrieren, wie die Zugänge in unsere Systeme geschützt werden können, meinte der Innenminister. (anw)