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DeNIC-Mitglieder fordern mehr Transparenz

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Parallel zur turnusgemäßen DeNIC-Generalversammlung, die am heutigen Freitag in Frankfurt stattfindet, brodelt es hinter den Kulissen der de-Registry. Rund zwei Dutzend der über 200 Mitglieder wollen den Vorstand verkleinern, den Aufsichtsrat vergrößern und die Mitgliederrechte "moderat stärken", erklärte Initiator Winnie Haug vom Stuttgarter DeNIC-Mitglied Headlight Housing Factory.

Haug hatte sich nach eigenen Angaben bemüht, die Änderungen über den Aufsichtsrat oder Vorstand bei der heutigen Generalversammlung einzubringen. Weil er aus formalen Gründen gescheitert war, hat er nun 24 Genossen zusammengetrommelt und damit das Quorum für eine außerordentliche Generalversammlung erwirkt. Die könnte, so Haug, irgendwann im Juni stattfinden. Bei der heutigen Sitzung könnte es aber angesichts der Minirevolte schon einmal ungemütlich zugehen: Gefordert wird in dem Antrag auch, den derzeit fünfköpfigen Aufsichtsrat abzuwählen.

"Es geht uns nicht darum", betonte Haug, "die DeNIC völlig umzukrempeln. Aber etwas mehr Transparenz und mehr Mitspracherechte für die Mitglieder sind meiner Meinung nach angebracht." Ein Stein des Anstoßes ist laut Haug nicht zuletzt die gescheiterte .net-Bewerbung der DeNIC, deren abschließende Bewertung bei der regulären Generalversammlung heute auf der Tagesordnung steht. Viel zu spät hätten die Mitglieder von dieser Entscheidung erfahren, meint Haug, und vor allem sei dann schon ein sechsstelliger Betrag investiert worden. Künftig sollten nach Haugs Meinung Ausgaben, die über zwei Prozent des Umsatzes oder über 250.000 Euro liegen und nicht im Jahreshaushalt vorgesehen wurden, von einer eigens einberufenen Generalversammlung bewilligt werden.

Die DeNIC-Geschäftsführung wollte Details des Antrags ungern kommentieren. Vorstand Sabine Dolderer ließ wissen, erst wolle sie sich Klarheit über die Motivation hinter den Vorschlägen verschaffen. Kontrollfunktionen wie das im Vorschlag geforderte Mehraugenprinzip im Vorstand gebe es bereits durch die Regel, dass Vorstand und Aufsichtsrat wichtige Dinge gemeinsam entscheiden. Auch den geforderten Deckel für Ausgaben gebe es bereits im Statut. Mehr Rotation im Aufsichtsrat, so Dolderer, sei möglich, indem die Mitglieder bei den Wahlen einfach andere Aufsichträte wählten. (Monika Ermert) / (hob)