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Debatte über Künstliche Intelligenz: Lässt sich KI demokratisieren?

In der Veranstaltungsreihe "A Cloud for Global Good" hat die Chefin von Microsoft Deutschland, Sabine Bendiek mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und dem KI-Experten Hans-Christian Boos über künstliche Intelligenz diskutiert.

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Debatte über Künstliche Intelligenz: Lässt sich KI demokratisieren?

Ergebnisse der Bildersuche in der Microsoft-Suchmaschine Bing zum Thema "Künstliche Intelligenz".

(Bild: Screenshot)

Microsoft hat sich als Cloud-Anbieter mit A Cloud for Global Good ethische Richtlinien gegeben, die drei Imperativen folgen: Be empowering, be trustworthy, be respective and inclusive. Wie sich diese Vorgaben mit der zunehmenden Einbettung von Künstlicher Intelligenz in Cloud-Angebote realisieren lassen, wurde in Berlin unter dem Titel "Die Demokratisierung Künstlicher Intelligenz – Wie gelingt Wertschöpfung in Deutschland?" diskutiert. Alle Beteiligten sprachen sich dafür aus, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von künstlicher Intelligenz (KI) durch Angebote für alle Menschen gefördert werden müsse.

Microsoft-Chefin Sabine Bendiek beklagte, dass Menschen ein falsches Bild von der KI im Kopf haben, von Elektronenhirnen, die das menschliche Denken ablösen. Dies sei aber gar nicht der Fall. Angefangen vom Industrieroboter, der in Kooperation mit Menschen arbeite, bis zur KI in der Cloud gehe es immer darum, den Menschen zu fördern. So sei man in den USA weiter und spreche nunmehr von Augmented Intelligence, nicht mehr von Artificial Intelligence. Dieses höchst menschliche Bezugssystem müsse weiter ausgebaut werden, was auch der Grund dafür sei, dass Microsoft sich in der Partnership on AI engagiere.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries beklagte zunächst die Dominanz US-amerikanischer Anbieter und StartUps im Feld der KI. Mit dem DFKI habe Deutschland jedoch das weltweit größte Forschungszentrum für künstliche Intelligenz und damit alle Chancen, sich an die Spitze der Forschung zu setzen. Schließlich seien wichtige Anstöße wie das von Jürgen Schmidhuber entwickelte Deep Learning gewissermaßen deutsche Erfindungen.

Damit die Akzeptanz von KI verbessert wird, sei große Transparenz notwendig, wie die KI-Algorithmen arbeiten. Open Source habe hier die größten Entwicklungschancen. Außerdem müssten die beteiligten Firmen einen diskriminierungsfreien Zugriff auf öffentliche wie private Daten haben, um neue Märkte zu erschließen.

Zypries verwies auf das Beschäftigungsprogramm "Soziale Betriebe", das 1991 von der SPD-geführten Landesregierung angeschoben wurde und zur Gründung von 74 Firmen mit 1500 schwer vermittelbaren Arbeitskräften führte. Ähnlich wie damals müsse ein dritter Arbeitsmarkt gefördert werden, in dem Menschen auch mit Unterstützung von KI neue Arbeitsmöglichkeiten bekommen.

KI-Experte Hans-Christian Boos, Gründer von Arago führte am Beispiel der nichtinvasiven Medizin aus, dass Operationsroboter wohl die besseren Chirurgen sein können, aber nicht den Arzt oder Pfleger ersetzen können, die dem Kranken Mut machen und beistehen. KI könne besser als jeder Mensch Muster erkennen und diese Erkenntnis fortlaufend optimieren, aber Sprache oder Lachen, gar die Lust, neue Erfahrungen zu sammeln, dass sei den Maschinen nicht gegeben. Boos machte darauf aufmerksam, dass KI-basierte Cloud-Angebote nicht verteufelt werden sollten, denn: "Wir als Konsumenten haben diese Entwicklung losgekickt". (anw)