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Debian GNU/Linux 3.0 auf elf Rechnerplattformen

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Die schon für Mai diesen Jahres angekündigte Version 3.0 (Codename Woody) der komplett von Freiwilligen gepflegten Linux-Distribution Debian wurde gestern freigegeben. Highlights der neuen Release sind die lang erwarteten Updates auf XFree86 4.1, Gnome 1.4 und KDE 2.2. Debian GNU/Linux 3.0 unterstützt den Filesystem Hierarchy Standard 2.2 und die Linux Standard Base. Beim eigentlichen Linux-Kernel kann der Benutzer zwischen den beiden stabilen Versionen 2.2 und 2.4 wählen.

Die neue Release unterstützt elf verschiedene Prozessorarchitekturen; im Vergleich zu Debian 2.2 hinzugekommen sind Intels 64bit-Architektur IA-64, die Precision Architecture von HP, MIPS-Prozessoren und die S/390-Mainframes (jetzt zSeries) von IBM. Die Zahl der in der Distribution enthaltenen Pakete hat sich mit über 8000 im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt. Aufgrund von Änderungen in den Exportbestimmungen der USA enthält Woody zum ersten Mal kryptografische Software wie OpenSSH und den GNU Privacy Guard in der normalen Distribution.

Beibehalten haben die Debian-Maintainer die ausgefeilte Paketverwaltung, die ein weitgehend automatisches Upgrade von älteren Versionen erlaubt. Selbst ein komplettes Upgrade über das Internet ist möglich. Anders als die Benutzer kommerzieller Distributionen, haben Debian-Benutzer dabei auch eine realistische Chance, nach einem Upgrade über eine Major-Release hinweg ein lauffähiges System vorzufinden.

Die Freigabe von Version 3.0 war ursprünglich für den 1. Mai angekündigt, wurde dann allerdings verschoben. Ein Mechanismus, mit dem man sicherheitsrelevante Pakete für alle elf Architekturen automatisch neu kompilieren kann, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt. Debian GNU/Linux ist berüchtigt für seine langen Release-Zyklen: die letzte stabile Version "Potato" erschien erst nach 18 Monaten. Diesmal mussten die Debian-Benutzer fast zwei Jahre warten. (Sebastian Kirsch)/ (ju)

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