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Deepin 15.9: Desktop-Linux leicht gemacht

Die chinesische Linux-Distribution Deepin 15.9 holt Einsteiger da ab, wo sie stehen und räumt ihnen viel Desktop-Spielraum ein.

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Deepin 15.9

Die Linux-Distribution Deepin 15.9 richtet sich ganz an Desktop-Anwender. Schon seit 2014 gibt es das chinesische Linux-System auch in anderen Sprachen, darunter auf Deutsch und Englisch. Als Grundlage verwendet die Distribution Debian Unstable und damit die Paketverwaltung apt, bringt jedoch eine eigene Desktop-Umgebung und reichlich eigene Tools mit.

Deepin 15.9 nutzt den Kernel 4.15. Die Unterstützung für Touchscreens wurde verbessert, das System kennt jetzt verschiedene Gesten. Auch eine Bildschirmtastatur ist nun dabei. Gefeilt wurde außerdem an der Energieverwaltung und dem Desktop. Dank Smart Mirror Switch in den Update-Einstellungen soll Deepin 15.9 automatisch den schnellsten Spiegelserver zum Download von Updates kontaktieren.

Mehr Software installiert man in Deepin 15.9 über den Deepin Store. Die Systemeinstellungen öffnen sich anders als bei vielen Distributionen in einer Seitenleiste.

Die von ihrem Distributor Wuhan Deepin Technology eigens für Deepin entwickelte Desktop-Umgebung Deepin Desktop Environment, oder kurz DDE, basierte ursprünglich auf HTML5 und Webkit. Mittlerweile wurde sie auf Qt5 portiert. Ohne viel Mühe lassen sich viele Details des Desktops anpassen.

Standard ist eine Anwendungsübersicht mit grobem Raster und einem Suchfeld.

Schon beim ersten Start wird abgefragt, ob man lieber den "Designer Mode" mit einem kleinen Dock an der unteren Mitte des Bildschirms oder eine über die ganze Bildschirmbreite reichende Leiste haben möchte. Dock oder Leiste können an allen vier Seiten des Bildschirms platziert werden. Vier verschiedene Icon-Varianten stehen ebenso zur Wahl wie ein dunkles und ein helles Theme. Mit wenigen Klicks bekommt der Desktop so ein anderes Gesicht.

Alternativ wechselt man über einen Button schnell zum sogenannten Mini-Modus, der Deepin mit einem traditionellen Menü mit Suchfunktion, Favoriten und Kategorien ausstattet.

Die installierten Anwendungen zeigt Deepin wahlweise als grobes Raster ähnlich wie bei Gnome oder als klassisches Anwendungsmenü mit Suchfunktion und Kategorien (im sogenannten "Mini-Modus").

Mit der in Deepin 15.9 vorinstallierten kleinen Software-Auswahl lassen sich Büroaufgaben erledigen und Mails schreiben, man kann im Internet surfen, Musik und Videos abspielen, einen Screencast aufzeichen oder Bildschirmfotos anfertigen, Bilder und PDF-Dokumente ansehen und einiges mehr.

Standardbrowser ist Google Chrome, Mails liest Thunderbird. Als Büro-Software für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen ist WPS Office dabei. Bei allen anderen Tools handelt es sich meist um Eigenentwicklungen. Weitere Software aus den Paketquellen werden über den Deepin Store installiert.

Die grafische Installationsroutine von Deepin hilft bei der Installation des Systems auf der Festplatte. Einige Desktop-Einstellungen werden beim ersten Start abgefragt, ein kurzes Tutorial-Video startet automatisch und zeigt die ersten Schritte auf dem Desktop. Weitere Hilfe bietet das mitgelieferte Handbuch, das immerhin auf Englisch vorliegt.

Deepin 15.9 steht als ISO-Image für 64-Bit-x86-Systeme zum Download bereit, das direkt den Installer startet. (lmd)