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Defekter TCP-Stack im NT-Service-Pack 6

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c't-Autor Volker Weber hat die Ursache eines Problems mit dem Service Pack 6 für NT gefunden, das seit einigen Tagen in Newsgroups heftig diskutiert wird: Anwender, die Lotus Notes benutzen, konnten nach seiner Installation keine Daten mehr mit dem Domino-Server austauschen. "Server does not respond" war die lapidare Fehlermeldung, die sie zu sehen bekamen.

Mit einem Protokoll-Analyzer ließ sich jedoch feststellen, dass der Server sehr wohl Pakete erhält und auch beantwortet. Diese kommen jedoch über den von Notes genutzten Port 1352 nicht auf dem Client an. Schnell ergab sich auch, dass dies kein Problem des Kalibers "It ain't done until Lotus won't run" ist: Andere Software-Pakete, etwa der ICA-Client für Citrix Metaframe, sind ebenfalls betroffen. Der Domino Server dagegen hat keine Probleme, wenn er als Systemdienst (NT-Service) läuft.

Es stellte sich außerdem heraus, dass die Kommunikationsprobleme abhängig von den Privilegien des Benutzers auf dem Client sind. Ein Anwender, der lokale Administrationsrechte hat (local admin), kann uneingeschränkt kommunizieren, während alle anderen scheitern. Es ist somit theoretisch möglich, diesen Fehler des Service Pack 6 zu umschiffen, indem allen Anwendern lokale Administrationsrechte zugewiesen werden -- wohlgemerkt nur eine theoretische Option, da man damit Scheunentore öffnet, die besser zu bleiben.

Bei Microsoft gibt es aktuell noch keine Informationen zu diesem Problem. Lotus bestätigte aber gegenüber c't, dass Microsoft den Fehler kenne und bereits an einer Lösung arbeite. Ein Workaround besteht darin, AFD.SYS (Ancillary Function Driver for Winsock, Hilfsfunktionen für Sockets) aus Service Pack 5 weiterzuverwenden, bis Microsoft eine fehlerbereinigte Version veröffentlicht. Solange Microsoft den Fehler nicht behoben hat, ist allerdings dringend vom Service Pack 6 abzuraten. (jk)

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