Defektes Seekabel behindert Internet-Verbindungen nach Südafrika

Ein Schaden am ostafrikanischen Seacom-Seekabel behindert derzeit massiv den Datenverkehr zwischen Südafrika und Europa. Die Reparatur soll laut Betreiber zwischen sechs und acht Tagen dauern. Auch die Arbeit der WM-Reporter ist betroffen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 105 Beiträge
Von
  • Reiko Kaps

Die Internet-Verbindungen zwischen Mumbai (Indien) und Mombasa (Kenia) über das ostafrikanische Seekabel Seacom sind seit dem frühen Morgen gestört, berichtet der Betreiber der Überseeleitung in einer kurzen Mitteilung. Grund sei ein Defekt an einem Repeater, der sich vor der Küste Kenias befindet. Betroffen sei besonders der Netzwerkverkehr zwischen Indien und Europa, der innerafrikanische Internet-Traffic über das Seacom-Kabel soll nicht von dem Fehler berührt sein.

Demgegenüber schreiben Spiegel-Reporter, die von der WM direkt aus Südafrika berichten, dass man momentan von dort aus keine internationalen Web-Dienste wie Google oder Facebook erreichen kann. Auch der Datenverkehr rund um die Fussball-WM bewege sich stellenweise nur im Schritttempo. Ein Seacom-Sprecher bestätigte gegenüber dem Nachrichtenportal die Störung, die demnach auch Ost- und Südafrika betrifft. Auch die WM-Reporter der dpa in Südafrika hatten mit einem sehr zähen Datenfluss oder längeren Ausfällen zu kämpfen.

"Für das Ökosystem Internet ist das aber kein größerer Ausfall", sagte Frank Orlowski
vom deutschen Internet-Knoten DE-CIX gegenüber dpa. Für die Informationen zur Fußball-WM sei die Störung nicht relevant, betonte Orlowski. Insbesondere die Fernsehbilder kämen über Satellit nach Europa und würden erst dort in die Netze eingespeist.

Laut Seacom ist inzwischen ist ein Reparaturschiff auf dem Weg, das das Kabel bergen und den defekten Repeater ersetzen soll. Obwohl die eigentliche Reparatur gewöhnlich nur wenige Stunden dauert, rechnen die Betreiber mit sechs bis acht Tagen für das gesamte Unternehmen: Das Wetter und die Zeit für die Suche nach der genauen Lage des Unterseekabels seien schlicht unkalkulierbar.

Zusätzlich sei man aber mit den großen Providern in Afrika bemüht, alternative Internet-Verbindungen nach Europa zu öffnen, betonte Seacom: Neben den Satellitenverbindungen zählt dazu hauptsächlich das SAT-3-Seekabel über Westafrika; das neue Eastern Africa Submarine Cable System (EASSy) zwischen Südafrika und dem Sudan ist allerdings noch nicht in Betrieb. (rek)