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Dekolleté in Streetview: Google muss Schadensersatz zahlen

Der Internetkonzern muss einer Kanadierin Schadensersatz zahlen, weil sie mit einem tief ausgeschnittenen Oberteil auf Streetview zu sehen war. Das Gericht ist der Meinung, sie sei trotz verpixelten Gesichts zu erkennen gewesen.

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(Bild: Gemeinfrei dank Photograph Kowloneese)

Eine Kanadierin hat in einem Rechtsstreit gegen Google von einem Gericht in Montreal 2250 Kanadische Dollar Schadensersatz zugesprochen bekommen, weil sie auf Streetview zu stark entblößt abgebildet worden war. Wie die öffentliche Rundfunkanstalt CBC News berichtet, war die Frau vor fünf Jahren von einem vorbeifahrenden Google-Auto fotografiert worden. Das hatte Aufnahmen für den Kartendienst Streetview gemacht und die Frau dabei mit einer "teilweise entblößten Brust" erwischt. Erst Jahre später habe ein Arbeitskollege das Bild auf Streetview entdeckt und anzügliche Kommentare gemacht, weil auf der Aufnahme ein Träger ihres Tops heruntergerutscht ist, führt der lokale Radiosender CJAD aus. Sie habe deswegen sogar ihren Job kündigen müssen und habe deswegen Google verklagt.

Bei Streetview stößt Google immer wieder auf Datenschutzprobleme.

(Bild: Gemeinfrei dank Photograph Kowloneese )

Der US-Konzern hatte sich demnach vor Gericht darauf berufen, dass umgehend nach einem Hinweis der gesamte Hauseingang inklusive identifizierender Elemente wie des Nummernschilds verpixelt wurden. Außerdem habe die Klägerin ihr Recht auf Privatsphäre aufgegeben, weil sie sich draußen aufgehalten habe. Die Klägerin hatte dem widersprochen und erklärt, die Unkenntlichmachung des Gesichts sei keine ausreichende Anonymisierung. Dieser Argumentation ist das Gericht nun gefolgt und erklärte, damit der "europäischen Herangehensweise" an den Schutz der Privatsphäre Rechnung zu tragen. Es nimmt dabei direkten Bezug auf ein ähnliches Urteil des Schweizer Bundesgerichts. (mho)