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Dell kauft den IT-Dienstleister Perot Systems

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Wie von Konzernchef Michael Dell zur Jahresmitte angekündigt, verstärkt sich Dell nun durch eine Akquisition: Rund 3,9 Milliarden US-Dollar investiert der amerikanische PC-Hersteller in die Übernahme des IT-Dienstleisters Perot Systems. Erklärtes Ziel der Transaktion ist es, Dells Abhängigkeit vom Hardware-Verkauf nachhaltig zu verringern und stattdessen vom margenträchtigeren Servicegeschäft zu profitieren.

Zuletzt verdankte der Hersteller rund 80 Prozent seiner Umsätze dem Rechnerverkauf an gewerbliche Kunden. Die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die daraus resultierende Investitionszurückhaltung der Unternehmen bescherten Dell jedoch massive Einbußen im PC- und Server-Geschäft. Auch wenn der Konzern inzwischen wieder Anzeichen für eine Stabilisierung der Nachfrage sieht, schränkt die Abhängigkeit vom Hardware-Geschäft Dells Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Konkurrenten wie Hewlett-Packard oder IBM deutlich ein.

Während IBM schon seit vielen Jahren den Fokus auf das Servicegeschäft richtet, verstärkte sich auch HP immer weiter auf dem Dienstleistungssektor – zuletzt durch die Übernahme von EDS, einem Unternehmen, das schon 1962 ebenfalls vom späteren Perot-Gründer Ross Perot gegründet wurde. In Perot Systems glaubt Dell nun den geeigneten Kandidaten gefunden zu haben, um die eigene Servicesparte auszubauen. Dabei spielen nicht nur die "offensichtlichen" Gemeinsamkeiten beider Unternehmen eine Rolle: Beide Firmen wurden in Texas gegründet und tragen noch immer den Namen ihrer Gründer.

Nach Einschätzung von Konzernchef Michael Dell ergänzen sich die Unternehmen optimal. Während Dell von einem deutlich erweiterten Portfolio an IT-Dienstleistungen rund um Anwendungen wie SAP oder auch das Consulting profitiere, erhalte Perot Zugang zum weltweiten Kunden- und Vertriebsnetzwerk von Dell. Obwohl Perot Systems auch außerhalb der USA tätig ist – der Dienstleister ist mit einer Niederlassung in Deutschland vertreten – konzentriert sich das Gros der Aktivitäten bisher auf den nordamerikanischen Kontinent. Nur gut 12 Prozent der 2008 erzielten Umsätze in Höhe von 2,78 Milliarden US-Dollar konnte Perot weltweit erlösen. Wobei Großbritannien und Deutschland den Löwenanteil beisteuern. Hierzulande hatte sich Perot erst 2008 durch die Übernahme von HighQ-IT als SAP-Spezialist in der Automobilbranche etabliert.

Nicht nur geografisch, sondern auch im Hinblick auf die Kundenstruktur ist Perot bisher nur mäßig diversifiziert aufgestellt. Die zehn größten Kunden des IT-Dienstleisters steuern schon gut ein Drittel des Gesamtumsatz bei. Unter dem Dach von Dell soll Perot künftig direkt auf das erweiterte Klientel öffentlicher Auftraggeber wie auch Unternehmenskunden in den unterschiedlichsten Branchen zugreifen können. Sobald die Übernahme abgeschlossen wurde – voraussichtlich spätestens bis Januar 2010 – wird Perot als Servicesparte von Dell agieren. Die Führung behält unverändert der bisherige CEO Peter Altabef. Ross Perot Jr., dem Sohn des Firmengründers, steht ein Posten im Verwaltungsrat von Dell in Aussicht. (map)