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Dell kündigt Server mit AMDs Opteron-CPUs an

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Lange hat es gedauert, nun geht, nach diversen Spekulationen über mögliche AMD-Systeme bei Dell, der treue Intel-Kompagnon von der Fahne – zumindest gibt es erste neue Allianzen: Der PC- und Serverhersteller will künftig auch AMD-Prozessoren einsetzen, was die Firma bislang immer abgelehnt hat. Vorerst beschränkt sich die neue Linie allerdings auf einige kommende Highend-Serversysteme, in denen (neben Intels kommenden Woodcrest) Dual-Core-Opteron-CPUs eingebaut werden sollen, gab Dell im Zuge der Veröffentlichung der Bilanz für das erste Geschäftsquartal bekannt. Die Opteron-Server sollen gegen Jahresende kommen – also offenbar mit der nächsten Opteron-Generation, den "Sockel-F"-Prozessoren für DDR2-Speicher, bestückt sein. Die zugehörigen Mainboards dürften sich möglicherweise auch noch mit den angekündigten Quad-Core-Prozessoren mit K8L-Kernen aufrüsten lassen, zumindest deren DDR2-Varianten.

AMD zeigte sich gleich erfreut: "Wir begrüßen Dell und die Dell-Kunden in der AMD64-Welt", hieß es in einer Mitteilung von Marty Seyer, AMDs Senior Vice President für das Geschäft mit Unternehmen. AMD klagt zurzeit gegen Intel wegen Monopolmissbrauchs und Dell gehört zu den wenigen PC-Großfirmen, die bisher unter eigenem Markennamen ausschließlich Rechner mit Intel-Prozessoren anbieten.

Für Dell, weltweit Nummer eins unter den PC-Herstellern, dürfte die Geschäftsentwicklung eine der Hauptgründe sein, sich neue Optionen bei der Hardware zu eröffnen: Im Unterschied etwa zu Hewlett-Packard, einem der Hauptkonkurrenten, der bei Umsatz und Gewinn zulegen konnte und auch über ein starkes Geschäft der PC-Sparte berichtete, musste Dell beim Gewinn stark Federn lassen.

Im ersten Quartal des Dell-Geschäftsjahres sank der Nettogewinn um 18,4 Prozent auf 762 Millionen US-Dollar. Der Umsatz stieg dagegen um 6 Prozent auf 14,2 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen entsprechen zwar den Erwartungen, zeigen aber nach Ansicht von Analysten deutlich, dass Dell mit seiner Strategie langsam an Grenzen stößt und sich neue Felder erschließen muss – sei es, dass über neue Hardwareoptionen neue Kunden gewonnen werden, sei es, dass dadurch die Kosten gedrückt und billigere PCs und Server möglich werden. Bereits für den Gewinnrückgang in diesem Quartal machte der Konzern eine aggressive Preisstrategie verantwortlich, zu der man sich gegen Ende des Quartals entschlossen habe. Aufgrund dieser Maßnahmen hatte Dell vor einigen Tagen bereits eine Gewinnwarnung ausgegeben. Firmengründer Michael Dell hatte zudem schon einmal erklärt, man habe einige Gelegenheiten verpasst; die Geschäftsentwicklung der letzten Zeit sei enttäuschend gewesen.

Für die Umsatzzuwächse machte Dell im ersten Quartal vor allem die Expansion außerhalb der USA und das Geschäft mit Servern und Speichersystemen verantwortlich. Der Umsatz mit Speichersystemen wuchs um 12 Prozent, der mit Servern um 8 Prozent. Der Umsatz mit Desktop-PCs ging im Jahresvergleich um 3 Prozent zurück, mit mobilen Systemen konnte Dell dagegen den Umsatz um 12 Prozent steigern. Der Anteil von Desktop-PCs am Dell-Umsatz ist übers Jahr von 40 auf 36 Prozent gesunken. (jk)