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Dell prescht mit der Ankündigung von Quad-Core-Xeons vor

Offenbar kann es Dell kaum erwarten, mit Intels 4-Kern-Serverprozessoren aufzutrumpfen: Im US-amerikanischen Online-Shop sind die Quad-Core-Prozessoren Xeon E5310 (1,60 GHz) und Xeon E5320 (1,86 GHz) bereits bei mehreren Servern und Workstations optional bestellbar – wenn auch mit der Warnung, dass sich die Lieferzeit dann verlängern werde. Es wird erwartet, dass Intel die Xeon-5300-Baureihe im Laufe der kommenden Woche offiziell einführt.

Vom Aufbau her entspricht der Xeon 5300 (Clovertown) dem am vergangenen Donnerstag als Core 2 Extreme QX6700 offiziell eingeführten Kentsfield, es stecken also zwei "Core-2-Duo"-Dice mit zusammen vier Kernen und 2 × 4 MByte L2-Cache in einem LGA771-Gehäuse. Die Kommunikation mit dem Chipsatz und untereinander erfolgt über den Frontsidebus; während die Woodcrest-Doppelkerne (Xeon 5100) dabei mit FSB1333 arbeiten, erwähnt Dell bei Xeon E5310 und E5320 einen FSB1066. Die aktuellen Xeon-Chipsätze aus der 5000-Baureihe (5000P/Blackford und 5000V für Server, 5000X/Greencreek mit PCIe-x16-Port und Snoop-Filter für Workstations) binden jeden der beiden Xeons über einen eigenen FSB an.

Dell will die Xeon-4-Kerne in den Servern PowerEdge 1900, 1950, 2900, 2950, SC1430 sowie im Blade-Server 1955 und in den Workstations Precision 490 und 690 anbieten; in der Single-Socket-Workstation Precision 390 kommt der Core 2 Extreme QX6700 zum Einsatz. Für den ersten x86-4-Kern hat Intel übrigens noch kein Datenblatt veröffentlicht, und er ist im deutschen Einzelhandel offenbar auch noch nicht lieferbar.

Laut Dell liefern die Quad-Core-Xeons bis zu 63 Prozent mehr Rechenleistung; als Beleg führt Dell dabei eine Durchsatzmessung im Ganzzahl-Benchmark SPEC CPU2000 (CINT_rate_2000) an. Im Kleingedruckten erwähnt Dell dabei noch einen Xeon E5345 mit 2,33 GHz und einen Xeon X5355 mit 2,66 GHz Taktfrequenz.

Der Dell-Webshop gibt auch einen ersten Ausblick auf die Preisgestaltung der Xeon-5300-Baureihe: Im Vergleich zum günstigsten Woodcrest-Xeon 5110 (1,6 GHz) verlangt Dell für den Xeon E5310 450 US-Dollar und für den Xeon E5320 700 US-Dollar Aufpreis. Der Xeon E5310 liegt damit zwischen dem Xeon 5140 (2,33 GHz/350 US-Dollar Aufpreis) und dem Xeon 5150 (2,66 GHz/600 US-Dollar Aufpreis), der Xeon E5320 ist billiger als das bisherige Spitzenmodell Xeon 5160 (3,00 GHz/800 US-Dollar Aufpreis).

Außer Dell werden wohl auch alle anderen Serverhersteller Intels Vierkerne offerieren; der Mainboard-Hersteller Tyan hatte sie bereits anlässlich des IDF vorgeführt. Für die kürzlich erst erneuerte Xeon-MP-Familie für Server mit mehr als zwei CPU-Fassungen will Intel erst in etwa einem Jahr den 4-Kern-Prozessor Tigerton einführen; bis dahin dürfte auch AMD mit dem K8L/Barcelona auf dem Markt sein. AMD hat im Vorfeld der Xeon-5300-Einführung bereits die Opteron-Preise gesenkt, um deren neu gewonnene Marktanteile zu sichern. (ciw)

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