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Dell schließt Produktion in Irland

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Der weltweit zweitgrößte Computerhersteller Dell schließt im Zuge seines harten Sparkurses seine gesamte Produktion im westirischen Limerick. Rund 1900 der etwa 3000 Arbeitsplätze sollen im Laufe des Jahres gestrichen werden, wie der Konzern heute mitteilt. Die Produktion für Europa, den Nahen Osten und Afrika werde nach Polen verlagert oder an Subunternehmen vergeben. Der Schritt sei Teil des weltweiten Sparprogramms, mit dem Dell seine Kosten um 3 Milliarden Dollar senken will. In Irland bleiben sollen Unternehmensteile wie Koordination, Marketing und Vertrieb.

Dell hat sich 1990 in Irland niedergelassen. In Spitzenphasen beschäftigte das Unternehmen dort mehr als 4500 Menschen. Dell ist bisher Irlands größter Exporteur und zweitgrößtes Unternehmen, wie die Irish Times schreibt. Der Irish Independent weist darauf hin, dass unter der Fabrikschließung andere Unternehmen wie zum Beispiel Zulieferer Schaden nehmen können. Insgesamt hängen nach Darstellung der Zeitung 15.000 Arbeitsplätze im mittleren Westen Irlands von Dell ab.

Das Werk im polnischen Lodz hat Dell im Jahr 2006 errichtet. Seitdem habe es im Limerick Spekulationen über einen Abzug der Produktionskapazitäten gegeben, berichtet der Irish Independent. Die irische Regierung habe im vorigen Monat Dell darum gebeten, die Arbeitsplätze nicht abzubauen. Dafür seien eigens die Minister Willie O'Dea und Mary Coughlan nach Texas gefahren.

Dell kämpft infolge der Finanzkrise mit einer gesunkenen Nachfrage und schwächeren Gewinnen. Im zuletzt berichteten Quartal sank der Nettogewinn um fünf Prozent auf 727 Millionen Dollar. Dell hat derzeit rund 80.800 Mitarbeiter, 9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bislang hatte Dell die meisten seiner Produkte in Fabriken in mehreren US-Bundesstaaten sowie in China, Brasilien, Malaysia, Polen und Irland selbst hergestellt, plante aber den Verkauf seiner Fabriken. (anw)