Dell stellt Workstation-Notebooks mit Skylake vor

Intels Skylake-Prozessoren kommen ab sofort in vier Workstation-Notebooks sowie zwei kompakten Desktop-PCs zum Einsatz. Die Workstations bekommen zudem ein neues Namensschema.

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Der US-amerikanische PC-Hersteller Dell nutzt in seinen neuen Workstation-Systemen Intels Skylake-Vierkern-Prozessoren der Serien Core i-6000 und Xeon E3-1500 v5, die vor einen knappen Monat enthüllt wurden. Bei den vier Workstation-Notebooks kommt nun ein Namensschema zum Einsatz, wie es in ähnlicher Form bereits bei anderen Dell-Serien üblich ist: Precision 3000 für die Einstiegssysteme, Precision 5000 für die Mittelklasse und Precision 7000 für die Topmodelle. Die zweite Stelle einer konkreten Modellbezeichnung steht für die Displaygröße und zwar eine "5" für 15" und eine "7" für 17". Die dritte Stelle repräsentiert die Generation und die vierte den CPU-Hersteller.

Grundausstattung ist bei allen vier Modellen ein Full-HD-Display. Das Precision 3510 bekommt man wahlweise auch nur mit 1366er-Auflösung, die anderen hingegen optional sogar mit 4K-Bildschirmen. Beim Precision 5510 bedeutet 4K automatisch auch Touch. Beim Precision 3510 und Precision 7510 gibt es Touch hingegen nur mit Full-HD – und beim Precision 7710 gar nicht. Alle vier sind Workstation-typisch für gängige CAD-Software zertifiziert – ob die Software jedoch mit 4K-Auflösung klar kommt, steht auf einem anderen Blatt.

In allen vier Notebooks steht den Skylake-CPUs DDR4-Speicher zur Seite. Die beiden Precision-7000er-Geräte vertragen bis zu 64 GByte, die beiden andere immerhin bis zu 32 GByte. Größere Unterschiede gibt es bei den Grafikchips: Die leistungsstärksten GPUs von AMD (FirePro W7170M) und Nvidia (Quadro M5000M) verbaut Dell ausschließlich im Precision 7710. Beim Precision 7510 gibt es höchstens Mittelklasse-Modelle beider Firmen. Bei den anderen ist man sogar auf einen Anbieter festgelegt: Das Precision 3510 kann man ausschließlich mit AMDs FirePro W5130M bestellen, das Precision 5510 nur mit Nvidias Quadro M1000M. Besonders flotte PCIe-NVMe-SSDs stehen bei allen vier in der Optionsliste.

Das Precision 5510 fällt optisch wegen des Gehäuses aus Sicht-Karbon aus der Reihe und auch wegen des extrem schmalen Display-Rahmens – von Dell Infinity Edge getauft. Letzteres startete Anfang des Jahres mit dem Consumer-Notebook XPS 13; zur Computex gab es Mitte des Jahres auch schon einen Ausblick auf dessen größeres Geschwisterchen XPS 15 mit Infinity Edge. Das XPS 15 und das Precision 5510 sind technisch also eng verwandt – das war auch schon bei den jeweiligen Vorgänger-Geräten der Fall.

Wegen dieser Abstammung muss man beim Precision 5510 auf einen klassischen Docking-Anschluss verzichten. Eine USB-Typ-C-Buchse samt Thunderbolt 3 ist hingegen an Bord; über sie gibt es wahlweise auch DisplayPort-Signale und USB 3.1 (SuperSpeed+, 10 GBit/s). Bei den drei anderen Notebooks hat Dell sowohl Thunderbolt 3 als auch den altgedienten E-Dock-Anschluss eingebaut, weil die Geräte von Grund auf als Workstation konzipiert wurden. Aus demselben Grund bekommt man nur in diesen dreien optional ein integriertes LTE-Modem.

Außer den vier Workstation-Notebooks hat Dell auch noch zwei kompakte Desktop-Workstation vorgestellt, in denen Desktop-Skylakes stecken: Die Precision 3620 ist ein Mini-Tower, die Precision 3420 hingegen ein nochmals kleineres SFF-System. Letzteres verkraftet lediglich Low-Profile-Grafikkarten mit bis zu 50 Watt Abwärme, der größere Bruder hingegen GPUs mit bis zu 150 Watt. Bis zu 64 GByte Arbeitsspeicher und eine M.2-PCIe-SSD sind bei beiden möglich; hinsichtlich der Bestückung mit Festplatten hat das SFF-System wiederum das Nachsehen (3420: 1× 3,5" / 2× 2,5"; 3620: 2× 3,5" / 4× 2,5").

Die größeren Workstation-PCs von Dell werden auf absehbare Zeit keine CPU-Update bekommen: In ihnen stecken derzeit noch Haswell-EP-Prozessoren mit bis zu 18 Kernen – und vor Skylake-EP steht ja erst noch Broadwell-EP auf Intels Roadmap.

Alle sechs neuen Skylake-Geräte soll man noch im Laufe des Oktober bestellen können. Manche der angekündigten Optionen lassen allerdings noch auf sich warten: Wer beispielsweise Wert auf die neuen mobilen Skylake-Xeons samt ECC-geschütztem Arbeitsspeicher legt, der muss sich wohl noch bis Anfang 2016 gedulden. (mue)