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Dell übernimmt Thin-Client-Hersteller Wyse

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Nach Aussage von Michael Dell ist "Dell keine PC-Company", wie der Firmenchef und Gründer im Februar anlässlich der Vorstellung neuer Server-, Storage- und Netzwerksysteme verkündete. Vielmehr habe sich der Hersteller aus Texas zu einem Anbieter von kompletten IT-Infrastrukturen für Unternehmen entwickelt. Mit der angekündigten Übernahme des Thin-Client-Spezialisten Wyse Technology fügt Dell seinem Portfolio – neben dem jüngst erworbenen Security-Anbieter Sonicwall – nun eine weitere, wichtiger werdende Komponenten hinzu. Denn nach der Server-Virtualisierung gewinnt auch die Virtualisierung von Desktops und deren Zentralisierung im Rechenzentrum (Virtual Desktop Infrastructure – VDI) zunehmend an Bedeutung. Nach Auffassung von IDC werden Unternehmen bis 2015 bis zu 15 Milliarden US-Dollar in solche Infrastrukturen investieren. Davon will Dell durch die Integration von Wyse gezielt profitieren.

Ganz im Sinne des aktuellen Cloud-Hypes versteht sich Wyse als Anbieter von "Cloud Client Computing". Server-based Computing (SBC) als klassisches Anwendungsgebiet für Thin Clients sei lediglich als eine Untergruppe von Cloud Computing zu verstehen, wie Karl-Heinz Warum, Geschäftsführer von Wyse Deutschland, erläutert. Heute gehe es primär darum, jedem Anwender am Arbeitsplatz, unterwegs oder auch zu Hause sicheres Infrastruktur- und Content-Management – aus der Cloud – anbieten zu können. Und dabei gilt es, die wachsende Zahl von Endgeräten abzudecken – darunter auch Smartphones und Tablets.

Die Übernahme von Wyse will Dell noch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2013 abschließen – die Zustimmung der Aufsichtsbehörden vorausgesetzt. Zu den Details der Transaktion haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. In Branchenkreisen wird jedoch darüber spekuliert, Dell könnte bis zu 1 Milliarde US-Dollar für Wyse zahlen. (map)