Dem Tod ein Schnippchen schlagen

Der Informatiker und theoretische Biologe Aubrey de Grey ist davon überzeugt, dass der Alterungsprozess nicht unabwendbar ist. Ein Preisgeld soll Wissenschaftler motivieren, ihn zu widerlegen.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Der Informatiker und theoretische Biologe Aubrey David Nicholas Jasper de Grey ist davon überzeugt, dass der Alterungsprozess nichts Unabwendbares ist. Und er glaubt, dass er Mittel und Wege aufgezeigt hat, durch die Menschen tausende von Jahren, ja eigentlich ewig leben könnten. Der von ihm vorgeschlagene Weg ist so detailliert vorgezeichnet, dass man seiner Meinung nach schon innerhalb von 25 Jahren am Ziel sein könnte -- nicht zufällig ist diese Zeitspanne auch kurz genug für den 41-jährigen de Grey selbst.

Als er nach den Gründen suchte, warum trotz der bemerkenswerten Entdeckungen auf Molekül- und Zellebene in den vergangenen Jahrzehnten so wenig Fortschritt erzielt worden war, kam de Grey zu dem Schluss, dass das Problem weitaus leichter zu lösen wäre als manche dachten: Das eigentliche Hemmnis könnte in der nur selten beachteten Motivation von Wissenschaftlern liegen: "Hochriskante Forschungsgebiete sind einer schnellen Beförderung nicht gerade zuträglich", sagt de Grey, der für sich selbst in Anspruch nimmt, das Problem mit den Augen eines Ingenieurs zu betrachten.

Als die US-Ausgabe von Technology Review ein kritisches Portrait de Greys veröffentlichte, hagelte es entrüstete Leserbriefe. Die Redaktion suchte Rückendeckung beim wissenschaftlichen Establishment -- erntete jedoch nur Schweigen. Überraschenderweise wollte sich keiner der angesprochenen Experten öffentlich zu de Greys Thesen äußern. In der Folge wurde von der US-Redaktion der Technology Review ein Preisgeld von 20.000 Dollar für eine streng wissenschaftliche Auseinandersetzung mit de Greys Thesen ausgeschrieben.

Das umstrittene Portrait im Volltext auf Technology Review aktuell: (wst)