Menü

Demokratische US-Präsidentschaftskandidaten wollen Ethanol-Produktion ankurbeln

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 46 Beiträge
Von

Im Januar ist es so weit: Dann beginnt mit dem so genannten Caucus im US-Bundesstaat Iowa der Reigen der Vorwahlen, mit denen die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Republikaner für die im November stattfindenden Wahlen bestimmt werden. Die meisten der Bewerber setzten dabei auf eine Energiepolitik, die für eine stärkere Nutzung des Biotreibstoffes Ethanol eintritt, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Den Menschen in Iowa kann das nur gefallen: Das Land produziert mit gut einem Drittel allen Ethanols der Vereinigten Staaten mehr als jeder andere US-Bundesstaat. Allerdings sind längst nicht alle Probleme mit der Technik, bei der derzeit vor allem aus Mais Kraftstoff entsteht, ausgeräumt. Die stärkere Verwendung könnte Kritikern zufolge zu höheren Treibstoff- und Nahrungsmittelpreisen führen, ohne dass tatsächlich viel Klimagas eingespart wird – Mais ist im Anbau sehr energieintensiv. Und auch die Frage, ob sich so die Abhängigkeit vom Öl aus dem Nahen Osten reduzieren lässt, bleibt unbeantwortet.

Obwohl die führenden Kandidaten beider Parteien Ethanol unterstützten, existieren bislang nur auf demokratischer Seite detaillierte Energiepläne. Darin steht erstaunlich klar, dass die Produktionsmenge bis 2030 mit rund 227 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr fast verzehnfacht werden soll. Barack Obama will bereits 2022 rund 136 Milliarden Liter erreicht haben, Hillary Clinton sieht das sehr ähnlich. Noch ambitionierter ist der Plan von John Edwards, der bereits 2025 gut 246 Milliarden Liter erhofft.

Allerdings rennen die Kandidaten damit offene Türen ein. Schon jetzt plant der US-Kongress, die Produktionsvorgaben in sehr ähnlichem Maße zu erhöhen, auch Präsident Bush ist dafür. Um diese Ziele zu erreichen, müssen allerdings neue Quellen für Ethanol erschlossen werden – Mais reicht nicht mehr. Folgerichtig plädieren die Pläne der Präsidentschaftskandidaten für den Übergang zu stark zellulosehaltiger Biomasse als Ausgangsprodukt, etwa Holzchips oder Dauergräser. Obama würde auch Bundesmittel aufwenden wollen, um die Produktion von Ethanol aus Nicht-Mais-Quellen anzukurbeln. Sein Ziel: Bis 2013 sollen so mindestens 7,5 Milliarden Liter im Jahr hergestellt werden. Doch noch ist das ein frommer Wunsch: Die Technik ist einfach zu teuer.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)