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Denic darf ENUM-Versuch starten

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Die International Telecommunication Union (ITU) hat die vom .de-Domainverwalter Denic beantragte Versuchsgenehmigung für die ENUM-Adresszone 9.4.e164.arpa in Aussicht gestellt. Das ITU-Büro Technische Standardisierung (TSB) bestätigte, dass die notwendige Genehmigung vom Bundeswirtschaftsministerium vorliege. Die Unterschrift von TSB-Direktor Zhao Houlin ist damit nur noch eine Formsache.

Damit könnten deutsche Telefonnummern auf DNS-Domains abgebildet werden. So wären etwa direkte Anrufe von einem Telefon zu einem Computer mit Internet-Verbindung möglich. Denic-Vorstandsmitglied Carsten Schiefner sagte gegenüber heise online, vorerst könne man nur die eigenen Telefonnummern des Denic oder Versuchsnummern als Domains registrieren, um mit IP-Telefonie zu spielen. Um andere Nummern eintragen zu können, müsse man gemeinsam mit den Regulierungsbehörden und Telekommunikationsunternehmen sinnvolle Verfahren für die Authentifizierung festlegen. Ohne solche Verfahren könnten Telefonnummern von anderen als den Inhabern gekapert werden. Services für Endkunden werde es während der Testphasen voraussichtlich noch nicht geben.

Wie es nach der Testphase weitergeht, ist ebenfalls noch offen. Auf der ITU-Tagung in Genf in dieser Woche hatte sich unter anderem die deutsche Delegation noch einmal äußerst kritisch hinsichtlich der Wahl von .arpa als US-lastiger Toplevel-Domain geäußert. Im September will die ITU die ersten Erfahrungen mit der Implementierung und die Fragen Daten- und Verbraucherschutz diskutieren. (Monika Ermert) / (ad)