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Der CES-Blick in die Zukunft: Sprachsteuerung löst grafische Benutzeroberfläche ab

Im Rahmen seiner traditionellen Prognose zum CES-Start hat Shaw DuBravac vom CES-Veranstalter CTA der grafische Benutzeroberfläche eine düstere Zukunft vorhergesagt. Schuld sind Amazon Alexa & Co.

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CTA-Analyst: Sprachsteuerung löst grafische Benutzeroberfläche ab

CTA-Analyst Shawn DuBravac glaubt nicht, dass grafische Oberflächen noch eine Zukunft haben.

(Bild: heise online / Nico Jurran)

Die grafische Benutzeroberfläche hat sich überlebt – auf dieses Fazit lassen sich die Ausführungen von Shaw DuBravac, Analyst des CES-Veranstalters Consumer Technology Association (CTA), zum Beginn der diesjährigen CES zusammenfassen. Mit den Entwicklungen bei digitalen Assistenten, die gesprochene Kommandos entgegennehmen und auf diese imit Sprachausgabe reagieren können, sinke die Notwendigkeit einer grafischen Ausgabe stetig.

DuBravac gesteht aber ein, dass die Entwicklung aktuell noch am Anfang steht. Aus eigener eigener Erfahrung (er ist Alexa-User der ersten Stunde) wüsste er, dass die Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa Sprachbefehle noch zu häufig falsch verstünden. Aktuell könne man daher nicht natürlich mit den Geräten sprechen. Vor allem aber müssten die Entwickler seiner Ansicht nach künftig einen Schwerpunkt darauf legen, dass die Sprachassistenten den Benutzer an dessen Stimme erkennen und Fremden keine Steuerung des Systems erlauben.

Laut CTA wurden bislang rund 5 Millionen sprachgesteuerte Geräte verkauft. In diesem Jahr werden nach aktuellen Voraussagen noch einmal 5 Millionen hinzukommen, sodass sich die Basis in diesem Jahr verdoppeln wird.

Martian will beispielsweise Smartwatches mit integrierter Alexa-Sprachsteuerung herausbringen. Auf der CES 2017 sollen zudem erstmals Fernseher zu sehen sein, die sich über Alexa kommandieren lassen. Allerdings ginge es laut DuBravac hierbei um Grundfunktionen, etwa das Ändern der Lautstärke oder ein Kanalwechsel. Für einen durchschlagenden Erfolg müssten die Audio/Video-Geräte aber auch komplexere Sprachkommandos abarbeiten können – beispielsweise in einer Aufnahme eine spezielle Stelle auf Zuruf finden.

Shaw DuBravac gab aber selbst zu bedenken, dass aktuell viele Funktionen ausprobiert würden, die sich letztlich als wenig sinnvoll erweisen dürften. Als Beispiel nannte er Möglichkeit, die Temperatur seines Kühlschranks per Spracheingabe zu ändern.

"Wer hat sowas tatsächlich überhaupt schon einmal gemacht, auch ohne Spracheingabe?", so seine Frage an die Zuhörer. Dennoch sei der Weg klar: Am Ende werde eine grafische Oberfäche überflüssig sein.

Erst kürzlich hat Amazons Alexa die Anfälligkeit der Sprachsteuerung bewiesen:

(nij)