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Der Erfinder des Bit ist tot

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Claude Shannon, der Erfinder der modernen Informationstheorie, ist am vergangenen Sonnabend im Alter von 84 Jahren gestorben. Der Mathematiker entwickelte Ende der vierziger Jahre das mathematische Gerüst der modernen Informationstheorie und prägte unter anderem den Begriff Bit.

Seine Studien der Elektrotechnik und Mathematik nahm Shannon 1932 an der University of Michigan auf. Nach seinem Abschluss begann er 1938 seine Promotion, die er 1940 unter dem Titel "Algebra für theoretische Genetik" einreichte. Anschließend arbeitete Shannon mehrere Jahre in den Bell Laboratories. Dort entwickelte er seine bekannteste Arbeit "Mathematische Theorie der Nachrichtenübertragung" (A Mathematical Theory of Communication), die den Grundstein und auch schon die ersten und wichtigsten Stockwerke der Informationstheorie bildete. So entwickelte Shannon beispielweise den Begriff der informationstheoretischen Entropie – ein Maß für Redundanz, das eine wichtige Rolle bei der Entwicklung effizienter Kompressionsalgorithmen spielt. Ein weiteres wichtiges Theorem der Informationstheorie von Shannon besagt beispielsweise, dass die Samplingrate eines digitalisierten Signals mindestens doppelt so hoch wie die höchste abzubildende Frequenz sein muss.

In den folgenden Jahren verfeinerte Shannon diese Theorie, wandte sich aber auch anderen Themen zu, wie der Programmierung von Schachcomputern, einer "gedankenlesenden Maschine" oder der Konstruktion einer elektromechanischen Maus, die ein Labyrinth durchquert. Von 1958 bis 1978 arbeitete Shannon als Professor am Massachusetts Institute of Technology. (wst)