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Der Fluch der kleinen Pixel

Für alle, die Digitalkamera-Tests in c't über die letzten Jahre kritisch verfolgten, gießt die Initiative 6Mpixel.org Öl ins Feuer: Die von einem unabhängigen Testlabor und mehreren Online-Diensten gestützte Aktion wendet sich gegen den grassierenden Megapixel-Wahn, der letztlich zu immer schlechteren Bildern führe. Der Zenit der Kompaktkameras war bereits 2004 mit Erreichen der 6-Megapixel-Auflösung erreicht, von da an ging es mit der Bildqualität wieder bergab – dieser Erkenntnis der Initiative kann sich das c't-Testressort im Grunde nur anschließen. Schuld sind die immer weiter verkleinerten Pixel, die Folge von miniaturisierten Bildsensoren ebenso wie der Integration von heute doppelt so vielen Pixeln auf der gleichen Fläche wie 2004. Das führt zu sinkenden Real-Empfindlichkeiten, immer stärker sichtbaren Bildstörungen (Rauschen) und liefert auch keine bessere Detailwiedergabe, weil die Objektive nicht hinreichend gut abbilden.

6MPixel.org will hier Aufklärungsarbeit leisten. Die renommierten Experten liefern Argumente für weniger Pixel auf mehr Fläche zur Genüge: Gute analoge Kompaktkameras bilden schließlich auch nur rund 6 Megapixel auf Film ab, und bei einem aus "optimalem Betrachtungsabstand" (gleich der Bilddiagonale) gesehenen Papierabzug kann das menschliche Auge auch gar nicht mehr Details unterscheiden. Ob der idealistische Ansatz der Initiative die Hersteller und vor allem die Kundschaft zum Umdenken bewegen kann, darf dabei ruhig bezweifelt werden; die letzten 6-Megapixel-Kameras am Markt gehören zu einer aussterbenden Gattung. Digitale Spiegelreflexkameras seien, so Initiator Dietmar Wüller, von der Aktion natürlich ausgenommen; hier liegt die "natürliche Grenze" bei rund 20 Megapixeln – sehr viel mehr geben auch die besten Profi-Wechselobjektive nicht her. (cm)

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