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Telepolis

Der Fußball und die Chaostheorie

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Wenn es nach dem britischen Physiker Ken Brady von der Bath University geht, müsste im Fußball künftig auch die Chaostheorie beachtet werden. Der Physiker hatte sich Freistöße während der vergangenen Europa- und Weltmeisterschaft angeschaut und kam zu dem Schluss, dass manche Spieler wie Cristiano Ronaldo die Eigenschaften der neuen, nach FIFA-Regeln gestalteten Bälle ausnutzen, während Spieler wie etwa David Beckham dem Ball geschickt einen Drall versetzen, so dass er in einer bestimmten, aber von ihm vorhersehbaren Kurve fliegt.

Ronaldo sei hingegen gefürchtet, erläuterte der Physiker in einem Vortrag auf dem British Association for the Advancement of Science Festival (The BA) in Liverpool, weil die Bälle im Flug auf unberechenbare Weise ihre Bahn verändern können. Er sieht den Grund darin, dass Spieler wie Ronaldo die neuen leichten Bälle härter und schneller schießen können, als dies früher möglich war. Wird er ohne Drall auf einer geraden Flugbahn abgeschossen, dann trete der aerodynamische Effekt in Kraft, dass die Luft um den Ball Turbulenzen bildet, die dessen Flugrichtung zufällig und plötzlich ändern können. Weder der derart schießende Fußballspieler noch der Torwart können die Flugrichtung vorhersehen: "Während Beckham vorhersagen kann, wo sein Schuss enden wird, hängt es bei Ronaldo von der Chaosphysik ab, wenn der Ball seinen Fuß verlassen hat. Das ist für den Torwart sehr beunruhigend und unfair."

Da Fußball ein Spiel sei, das großes Können verlange, sei es nicht gerechtfertigt, die Torhüter aufgrund des Designs der Bälle wie Trottel aussehen zu lassen. Bray fordert von der FIFA, die ansonsten alles wie Gewicht, Größe, Abprall oder Wasserabsorption regelt, auch die Aerodynamik des Balls zu berücksichtigen. (fr)

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