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"Der Kobold": Himmelskörper als weiterer Hinweis auf neunten Planeten

Mit 2015 TG387 ("The Goblin") haben Astronomen einmal mehr einen Himmelskörper gefunden, der darauf hindeutet, dass es weit draußen noch einen Planeten gibt.

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Astronomie: Neuentdeckter Himmelskörper als weiterer Hinweis auf Planet X

Eine künstlerische Darstellung des hypothetischen Planeten, der Objekte wie den nun entdeckten 2015 TG387 beeinflusst.

(Bild: Carnegie Institution for Science)

Auf diesen Aufnahmen vom 13. Oktober 2015 wurde 2015 TG387 entdeckt

(Bild: Scott Sheppard)

Astronomen haben erneut einen extrem weit entfernten Himmelskörper im Sonnensystem gefunden, der einmal mehr als Hinweis auf einen theoretischen neunten Planeten gewertet wird. Das hat ein Team um Scott Sheppard vom Carnegie Institution for Science bekanntgegeben. Der Forscher hat bei seiner Suche nach dem neunten Planeten schon mehrmals derart weit entfernte Himmelskörper und Zwergplaneten entdeckt. Bei dem nun vorgestellten Objekt namens 2015 TG387 (Spitzname "Der Kobold", weil er vor Halloween entdeckt wurde) handelt es sich um einen extremen Zwergplaneten, der sich auf seiner Bahn bis zu 2300 AE von der Sonne entfernt.

Gegenwärtig ist 2015 TG387 demnach rund 80 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt, das ist ungefähr zweieinhalb mal so weit entfernt wie der Pluto, aber nicht so weit wie Voyager 1 (143 AE) und Voyager 2 (119 AE). Eine Umkreisung der Sonne – also ein Jahr – dauert für den "Kobold" (im Original "The Goblin") 40.000 Erdenjahre. Für den Großteil dieser Zeit wäre er für uns nicht auffindbar. Der Sonne kommt der rund 300 Kilometer durchmessende Himmelskörper nie näher als 65 AE. Lediglich zwei bekannte Objekte im Sonnensystem sind auf ihrer gesamten Bahn weiter entfernt: 2012 VP113 und Sedna.

Die Bahn von 2015 TG387

(Bild: Carnegie Institution for Science)


Nur wenige Himmelskörper in unserem Sonnensystem sind so weit von unserem Heimatstern entfernt, dass sie zu keiner Zeit von der Gravitation der großen Gasriesen Jupiter, Saturn, Neptun und Uranus beeinflusst werden. Die Wissenschaftler sehen sie als Hilfsmittel, um die äußeren Regionen des Sonnensystems zu verstehen. Sheppard und seine Kollegen haben schon mehrere dieser Objekte entdeckt und wieder weist er darauf hin, dass deren Bahnen sich in auffallender Weise ähneln. Das könnte auf den Einfluss eines noch nicht entdeckten deutlich größeren Himmelskörpers hinweisen, der die Sonne noch weiter entfernt umkreist.

Seit Jahren suchen Wissenschaftler nach diesem sogenannten Transpluto, einem Planeten weit außerhalb der Bahn des Zwergplaneten Pluto. Besonders umfangreich erfolgte die Suche mit dem NASA-Weltraumteleskop Wise, das im äußeren Sonnensystem weder bis zu einer Entfernung von 10.000 AE einen Planet in der Größe des Saturn gefunden hat noch einen in der Größe des Jupiter bis in eine Entfernung von 26.000 AE.

Ausgehend von den sich auffallend ähnelnden Bahnen der jüngst gefundenen am weitesten von der Sonne entfernten Objekte im Sonnensystem, meint aber nicht nur Sheppard, dass es da draußen noch etwas geben muss. Anfang 2016 hatten zwei US-Forscher ausgehend von den damals bekannten Bahnen einen "Planet Neun" postuliert, der gleich eine ganze Reihe von Rätseln im äußersten Sonnensystem lösen würde. Ihr Planet würde auf einer fast spiegelverkehrten Bahn kreisen. Als Gesteinsplanet wäre er außerdem deutlich kleiner als die Gasriesen und hätte von Wise nicht entdeckt werden können.
(mho)

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