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Der Mond ist metrisch

Wenn die NASA mit der Orion oder einem anderen Vehikel das nächste Mal (voraussichtlich bis zum Jahr 2020) zum Mond düst, wird sie die Fläche des Erdtrabanten nicht mehr mit 14,6 Millionen Quadratmeilen angeben, sondern mit 37,9 Millionen Quadratkilometern. Die US-Weltraumbehörde hat nämlich beschlossen, künftig auch bei Mond-Missionen metrische Einheiten und nicht englische zu verwenden. Russische oder chinesische Maulschlüssel dürften künftig also auf die US-amerikanischen Schrauben der Mondfahrzeuge passen.

Wie eine Grafik in der Mitteilung der NASA veranschaulicht, vergrößert sich damit das "metrische Territorium" im Sonnensystem um 27 Prozent. Was aber wichtiger ist: Die NASA nähert sich mit dieser Entscheidung – den US-Gepflogenheiten zum Trotz – weiter internationalen Standards an. Das muss den Vertragspartnern der NASA nun noch eindringlich klar gemacht werden, damit es nicht wieder zu einem Problem wie dem aus dem Jahr 1999 kommt, als die NASA eine Marssonde verlor, weil Ingenieure von Lockheed Martin noch englische Einheiten, die NASA aber schon metrische verwendete. (Notiz am Rande: Lockheed soll die Orion bauen.) Der Umstand zweier unterschiedlicher Längenangaben verfälschte die Steuerungsdaten für die Schubdüsen – und weg war der Mars-Orbiter. Für den Laien ist es daher nur verwunderlich, dass die im Laufe der Jahre eh schon arg in Mitleidenschaft gezogene Raumstation ISS überhaupt noch um die Erde kreist – dort sind nämlich beide Systeme parallel im Einsatz. (ola)

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