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Der Rambus-Umsatz sinkt

Die umstrittene kalifornische Speichertechnik-Entwicklerfirma Rambus verdiente in den vergangenen drei Monaten wegen des Preiskampfes im Speichermarkt deutlich weniger Geld als zuvor. Der Umsatz erreichte im dritten Geschäftsquartal 2001 23,3 Millionen US-Dollar; das waren zwar rund 5,5 Millionen US-Dollar oder 31 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres, aber ein Viertel weniger als in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Schon das damalige Geschäftsquartal war nicht rosig verlaufen.

Mit 85 Prozent oder 19,8 Millionen US-Dollar trugen Lizenzzahlungen der Hersteller von Speicherchips und Chipsätzen den Löwenanteil zu den Rambus-Einnahmen bei. Diese Einnahmen waren damit mehr als dreimal höher als im Vorjahreszeitraum, aber um 16,4 Prozent geringer als im ersten Quartal 2001. Rambus begründet dies mit dem starken Preisverfall im Speichermarkt: Weil die Lizenzzahlungen einen bestimmten Anteil des erzielten Verkaufspreis der entsprechenden Produkte ausmachen, sinken bei niedrigen Preisen auch die Rambus-Einnahmen. Der steigende Absatz von RDRAM-Chips, also Rambus-Speicherbausteinen, kompensierte die Lizenzeinnahmenausfälle durch sinkende SDRAM-Preise nicht.

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Die Einnahmen aus Entwicklungsverträgen mit anderen Auftraggebern sinken stetig. Waren es in den ersten drei Monaten des Vorjahres noch mehr als 11 Millionen US-Dollar, so erreichte dieser Rechnungsposten jetzt nur noch 3,2 Millionen US-Dollar.

Für rechtliche Auseinandersetzungen muss Rambus aber kräftig zahlen, 41,4 Prozent der gesamten Ausgaben oder fast 8,8 Millionen US-Dollar ließ sich das Unternehmen die zahlreichen laufenden Verfahren kosten. Am Ende bleiben dem Unternehmen nur 3,86 Millionen US-Dollar Nettogewinn, knapp 19 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode und satte 52,8 Prozent weniger als im zweiten Geschäftsquartal 2001.

Da Rambus auf DDR-SDRAM-Speicherchips mehr anteilige Lizenzgebühren fordert als auf Single-Data-Rate-SDRAM- und RDRAM-Chips, schadet die zögerliche Marktakzeptanz dieses Speichertyps dem Unternehmen. Die Umsätze sollen bis zum Ende des laufenden Quartals nochmals um 20 Prozent schrumpfen. Da hilft es auch nichts, dass sich der Absatz von Rambus-Speicherchips nach Angaben des Unternehmens positiver als geplant entwickelt. Im ersten Kalenderquartal 2001 seien weltweit RDRAMs im Wert von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar verkauft worden, was mehr als 11 Prozent des Weltmarktes entspräche. "Im Verlauf der kommenden Quartale" würden Rambus-Speicherchips immer billiger, was den Absatz weiter ankurbele. Die Chipfirmen, die RDRAMs herstellten, hätten deshalb in dem aktuell sehr schwierigen Speichermarkt einen klaren Vorteil. Kürzlich kündigte auch der taiwanische Hersteller Winbond an, künftig RDRAMs zu produzieren.

Rambus verweist auch auf die Risiken der laufenden Gerichtsverfahren. Gegen Micron geht es in Delaware am 29. Oktober weiter, nächsten Freitag, am 20. Juli, setzt die Patentkammer des Landgerichtes Mannheim das Verfahren gegen Infineon fort.

Für die fernere Zukunft hat das 1990 von Dr. Mark Horowitz und Dr. Mike Farmwald gegründete Unternehmen große Pläne. Bis 2005 will man die Taktfrequenz auf dem Speicherbus von heute 400 auf 600 MHz steigern; ein Zwischenschritt von 533 MHz soll bereits nächstes Jahr verfügbar werden. Da der 16 Bit breite Rambus-Speicherbus ein Double-Data-Rate-Verfahren nutzt, steigert sich die maximale Datentransferrate von heute 1,6 GByte/s bei 533 MHz auf 2,1 GByte/s und bei 600 MHz auf 2,4 GByte/s. Gleichzeitig will man den Datenpfad zwischen Speichercontroller und Chips verbreitern, sodass in 2005 auf einem 64 Bit breiten Bus 9,6 GByte/s erreichbar sein sollen. Samsung hat kürzlich bereits "Customized"-Spezialmodule mit mehr Anschlusspins angekündigt. Dort kommt aber kein breiterer Bus zum Einsatz, sondern es werden, wie bei den Intel-Chipsätzen i860, i850 und i840, mehrere Rambus-Kanäle gebündelt. (ciw)

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