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Der Roboter bekommt es mit der Angst zu tun

Für autonome Außenmissionen entwickeln Forscher in Karlsruhe Laufroboter mit Risikobewusstsein. Ein Prototyp wagte auf der Hannover Messe erste Schritte.

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Der Laufroboter mit Risikobewusstsein tastet sich vorsichtig durch die angedeutete Geröllhalde.

(Bild: Grävemeyer)

Autonome Roboter etwa auf Marsmission sind wertvoll und können im Schadensfall nicht einfach repariert werden. Damit sie gut auf sich achtgeben, entwickelt ein Team am Karlsruher Forschungszentrum Informatik (FZI) ein Risikobewusstsein für Roboter. In Prototypen des Intellirisk-Projekts implementieren die Forscher eine Art Selbstbewusstsein und damit verbunden das Bestreben, Risiken zu vermeiden.

Auf der Hannover Messe steht der Laufroboter Lauron 5 in einer angedeuteten Wüstenlandschaft mit ein paar dicken Gesteinsbrocken. Er agiert langsam und tastet sich trotz Kameraeinsatz nur zögernd voran. Lauron 5 ist für das Einsatzfeld der Explorationsrobotik entwickelt worden. Er soll Gebiete betreten, in die Menschen nicht hinein sollten, seien es ferne Weltraummissionen oder der Zugang zu beispielsweise verstrahlten Katastrophengebieten. Seine Funktionstüchtigkeit soll sich der Roboter zumindest bis zum Ende seiner Mission erhalten.

"Mit Intellirisk und der Modellierung von Risiken für den Roboter machen wir steuerungstechnisch ein großes Fass auf", sagt Projektleiter Timothée Büttner. Die Forscher befassen sich mit der Frage, wie eigentlich die Gesundheit eines Roboters sinnvoll eingeschätzt werden kann. Geht es schlicht um die Summe aller Komponenten, die noch funktionsfähig sind? Wie sollen unverzichtbare Kernkomponenten bewertet werden? Letztlich muss sich das Risikobewusstsein auf unterschiedliche Roboter übertragen lassen. Und es kann sinnvoll sein, die Risikofreudigkeit im Verlauf einer Mission anzupassen. Sind beispielsweise die wesentlichen Missionsziele erfüllt, so könnte die Risikobereitschaft gesteigert werden.

Mit dem Selbstbewusstsein eines Menschen will Büttner das implementierte Risikobewusstsein nicht vergleichen. "Das menschliche Bewusstsein ist wesentlich facettenreicher", Intellirisk stelle nach seiner Auffassung kein Bewusstsein in dem Sinne dar.

Stattdessen kann sich Büttner eine Erweiterung des Konzepts für Serviceroboter in häuslicher Umgebung vorstellen. In dem Fall wäre es hilfreich, dass der Roboter ein Bewusstsein für die Gesundheit der Menschen in seiner Umgebung entwickelt und Risiken für sie vermeidet. (agr)